Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384568
ZUO 
Angelo sodann die grossen Bilder der Kreuzigung Pmatri und 
der Bekehrung des Saulus ausführte. 
Nun musste der Papst aber doch wohl fühlen, dass Mi- 
chel Angelo endlich seinen Verpflichtungen wegen des Grab- 
males IIELClIkOIIIIDGII oder von denselben in irgend einer Weise 
entbunden werden müsste. Und so schreibt denn, wie ans 
dem Wortlamt des Briefes hervorgeht, in seinem Auftrage am 
23. November des Jahres 1541 der Cardinal Ascanio Pari- 
sani an den Herzog von Urbino, der Papst sei entschlossen, 
dass Michel Angelo 111m an die Malereien in seiner neuen 
Kapelle im Vatikan Hand anlegexl solle. Michel Angelo, der 
selu- alt und entschlossen sei, naeh Vollendung dieses Werkes 
nichts mehr zu unternehmen, miisse daller von seinen Ver- 
bindlichkeiten wegen des Grrabmales beüeit Werdenf E1- 
schlägt als Auskunftsmittel vor, dass jene sechs Statuen von 
andern, jedoeh unter Michel Angelols Leitung gemacht wer- 
den sollten; er sähe sonst keine Müglichkeit, das Monument 
jemals vollendet zu sehen. (Gaye II. 290.) 
Darauf schreibt der Herzog von Urbino (wahrscheinlich 
unter dem 6. März 1542, Graye II. 289) an Michel Angelo 
selbst einen Brief, worin er ihm gestattet, andere Meister an 
dem Werke mitarbeiten zu lassen, nur drei Figuren, dar- 
unter den Moses, mäge cr mit eigner Hand vollenden. 
In Folge dessen nun richtete Michel Angelo im Juli 
1542, nach mehreren Unterl1a1ullungen mit den ausführenden 
Meistern (Gaye II. 291-4296), die oben abgedrucktc Sup- 
plik an den Papst, ans der hervorgeht, Wie der Künstler 
trotz aller Widerwärtigkeiten und selbst Verdächtigungen 
(Vasari p. 338), (loch das warme und rein künstlerisclm: In- 
teresse an dem Werke noch nicht verloren hat. Zwei schon 
begonnene Statuen, (lie zu dem veränderten Plane nicht mehr 
passen, hat er verworfen, und, ,,um seiner IGhre nichts zu 
vergeben", zwei neue begonnen, die dann auch später als 
Allegorieen des thätigen und beschaulichen Lebens wirklich 
zu den Seiten des Muses aufgestellt wonclen sind. 
Denn am 20. Aug. 1542 wurde 111m in Folge jener Sup- 
plik Wirklich ein neuer Kontrakt geschlossen, clurch Welchen 
dic Bestimmungen vom J ahre 1532 aufgehoben und fegfmgggtzt 
Wurdc, dass lllichel Angelo nur den hloses selbst fertig zu 
11111011011 llflläe; 111105 ümlere künne cr auf seine Kosten Ver- 
dingen; das früher zurückgefordcrte Haus solle sein Eigen-
        

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