Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384508
MICHEL 
ANGELO 
an 
PAUL 
III. 
Rom, Juli 
1542. 
Da Messer Michelagnolo Buonaroti es vor längerer Zeit 
übernommen hat, das Grabmal des Papstes Julius in S. Pietro 
in vincola auszuführen unter gewissen Bedingtlngen und Ver- 
abredungen, wie ans eineln Kontrakt, aufgenommen von Mes- 
ser Bartolonleo Cappello unter dem 18. (d. h. 29.) April 1532 
hervorgeht, und (la. er später angegangen und von Sr. Heil. 
unserem Herrn Paul HI. gezwungen worden ist, in dessen 
Kapelle zu arbeiten und dieselbe auszumalen, er somit also 
sieh noch nicht der Beencligung des Grabmales unterzieluzn 
konnte, so kam er Jurch Vermittelung Sr. Heiligkeit von 
Neuem mit dem erlauchten Herrn Herzog von Urbino, dam 
(lie Serge für das Grabmal obliegt, überein, Wie sich ans 
einem seiner Briefe vom 6. März 1542 ergiebt, dass von flen 
sechs Statuen, die zu dem besagten Grabmal gehären, Mes- 
ser Michelagnolo drei an einen guten und lobenswerthen 
Meister verdingen künne, der sie zu vollenden und an besag- 
tem Werke aufzustellen habe, wogegen er die anderen drei, 
unter diesen den Moses, mit eigener Hand zu vollenden habe, 
und auch gehalten sei, die Einfassung d. h. den Rest der 
Verzierung des Grabmales nach dem schon gemachten A11- 
fange vollenden zu lassen. 
Um also nun jene Uebereinkunft in Ausführung zu brin- 
gen, hat vorbesagter Michel Angelo die besagten drei Statuen 
die schon weit vorgerückt sind, d. h. eine stehende Madonna 
mit däm Kinde im Arm, nebst einem Propheten und einer Sybille, 
welche sitzen, äem Rafaello da Montelupo ans Florenz zur 
Vollendung verdungell, (le? als einer der besten Meister die- 
ser Zeit erprobt ist, and zwzu- für 400 Scudi, wie aus der
        

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