Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384462
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das Mindeste von der Sache zu wissen, und die dem Herzoge 
durch falsche Berichte ilfs Hirn gesetzt haben, ich sei ein 
grosser Sclxurke. An allen Misshelligkeiten zwischen Papst 
Julius und mir war Schuld der Neid Bramantc-is und Raffaefs 
von Urbino, und dies war der Grund, weshalb er zu mei- 
nem Schaden mit der Arbeit an dem Grabmale bei seinen 
Lebzeiten nicht fortfahren liess. Daran that Raifael wolll: 
denn was der von der Kunst Wusste, wusste er durch mich. 
Das Manuscript des obigen Briefes ist von dem Profes- 
sor Ciampi in der Magliabecchiaschen Bibliothek aufgefunden 
und unter dem Titel: Lettera di Michelangiolo Bonarroti per 
gfiustificarsi contro le calunnie degli emuli e de' nemici suoi 
sul proposito del sepolcro di Papa Giulio 1I. Trovata e 
pubblicata con illustrazioni da Sebastiano Ciampi, zu 
Florenz 1834 herausgegeben worden. Das Original rührt 
weder von Michel Angelds Hand her, noch zeigt dasselbe 
den Namen der Persan, au welches es gerichtet, ebensowe- 
nig als des Datum der Abfassung. Beide sind oben nach 
der Vermuthung Ciampfs hinzugefügt worden. Carlo Ruf- 
fini war ein rümischer Edelmann, der als Kämmerer und 
Seneschall in den Diensten Papst PauPs III. stand. Dass 
indess der Brief weder an diesen, noch an sonst Jemanden 
Wirklich abgeschickt worden Sei, ergiebt sich ausser dem Man- 
gel jeder Adresse, auch noch aus dem Umstande, dass die 
beiden Quartblätter, auf denen sich die Handschrift befindet, 
niemals gefaltet gewesen sind. Das Werkchen von Ciampi 
ist trotz aller meiner Bemühungen hier bis jetzt noch nicht 
zu beschaHen gewesen und ich hatte schon darauf verzichtet, den 
Brief in diese Sammlung aufzunehmen, als ich während des 
Druekes von Herrn Director Waagen auf eine kleine Schrift 
von Alfred Reumont ,,Ein Beitrag zum Leben Michel 
Angelo BuonarotTs" (Stuttgart und Tübingen 1834) aufmerk- 
sam gemacht wurde, in welchem sich eine deutsche Ueber- 
setzung des Briefes nebst den Erläuterungen Ciampfs befin- 
det. Ich habe es mir nun unter diesen Umständen gestattet, 
diese Uebersetzung hier vollständig mitzutheilen. Denn wenn 
ich 8011011 llicht S0 fest, Wie Reumont, von der Aechtheit des 
Briefes überzeugt bin, so berührt derselbe doch in einer zum
        

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