Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384291
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,,ve1oci Calame" in grosser Eile geschrieben ist, so gehärte 
dazu doch immer eine grosse Sicherheit und Kenntniss der 
Sprache undwsodann hat, wenn man 1nan einige Verstüsse im 
Einzelnen übersieht, das Ganze eine gewisse ldassische Hal- 
tung, die dem Leser nicht leicht entgehen wird. Interessant 
ist es, wie BIichel Angelo im Gebrauch einer fremden Sprachc 
Eigenheiten seiner Ausdrucksweise in der Muttersprache bei- 
behält, wie z. B. das quantum queo 11m Schlusse ganz sei- 
nem in italienischen Briefen (Sfter wiederkehrenden "quanta 
so e posso" vollständig entspricht. 
Doppelt beachtenswerth aber wird sowohl diese latei- 
nische Korrespondenz selbst, als die in dem Briefe ausge- 
sprochene Liebe zu den Wissenschaften, wenn man beclenkt, 
dass Michel Angelo, dem im Jahre 1503 von den Baumeistern 
des Domes von Florenz zwülf kolossale Statuen der Apostel 
verdungen waren (Gaye II. 473 E1), und rler erst vor kaum 
fünf Monaten seinen Daviä vor dem Palast der Signorie auf- 
gestellt batte, damals schon mit dem grossen Karton der 
Schlacht bei Anghiaro beschäftigt war, welcher gegenüber dem 
Bilde des Leonarrlo (vgl. S. 92  im laalazzo vecchio ausge- 
führt weräen sollte und der mit den festesten Grund zu 
Michel Angelds Ruhm in der Malerei gelegt hat. 
Fortunato war Pfarrer an der Kirche Sa. Cosima zu 
Florenz, wie aus der Adresse des Briefes: "Venerabili Reli- 
gioso Domino Francisco Fortunato plebano Cosimae 
meo honorando Florentie" hervorgeht. 
GALEOTTO GIUGNI im Auftrage 
Balia von Florenz. 
MICHEL 
ANGEL o's 
3.11 
die 
Florenz, 
Oktoher 1529. 
Ich wciss, dass Ew. Herrl. die Abreise des Michel An- 
gelo Buonaroti bekannt ist, und in Welche Strafe er deshalb 
verfallen sei; und es thut mir dies ungemein laid, vorzüg-lich 
zzf
        

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