Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384248
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Tag verwendet habe; und deshalb habe ich auch au jene1n 
Tage Eure anderen Briefe nicht abgegelwen. Sonntag darauf 
kam der Cardinal in das neue Haus, und Iiess nach mir fra- 
gen. Ich ging zu ihm uncl er fragte mich, Was ich von (leu 
Sachen hielte, dic ich gesehen. Darauf sagte ich ihm, was 
ich davon hielt, und in der That bin ich der Meinung, dass 
viele schiine Sachen darunter sinä.  Uncl darauf fragte der 
Cardinal, ob ich wohl Muth genug hätte, etwas recht Schünes 
zu machen. Ich erwiderte, so Grosses freilich Würfle ich 
nicht machen, aber er würde sich ja überzeugen, was ich zu 
leisten im Stanäe Wäre. Wir haben auch ein Mannorfrag- 
ment gekauft von einer lebensgrossen Figur und Montag werde 
ich anfangen zu arbeiten. Den vergangenen Montag habe 
ich dann Eure anderen Briefe an Paolo Ruscellai abgegeben, 
der mir die mir uüthigen Gelder einhändigte und ebenso 
die für Cavalcanti. Darauf habe ich den Brief an Baldassare 
gegeben uncl von ihm den [Cupido]1) geforflert und gesagt, 
äass ich ihm sein Geld wiedergeben wollte. 
Er antwortetc mir in sehr grober Weise, dass er ihn lie- 
ber in hundert Stücke zerschlagen wollte; er habe äas Kindz) 
gekauft, es sei sein eigen and er habe Briefe, dass er den, 
der es ihm geschickt, befriedigt habe, er sei gar nicht besorgt 
rlarum, es zurückgeben zu müssen. Dabei beklagte er sich 
slehr über Euch, indem er mainte, Ihr hättet übel von ihni 
gesprochen, und nun haben sich einige von unseren hiesigen 
Landsleuten darin gemischt, um uns zu vcrgleichen; indess 
haben sie nichts ex-reicht. Jetzt aber gedenke ich, rlie Sache 
durch Vermittelung des Cardinals zu betreiben, nach dem 
Rath, den mir Baldassare Balducci gegeben hat. Was dar- 
auf erfolgt, sollt Ihr erfalu-en. Da ich Euch für jetzt nichts 
1) In dem Original belindct sich au dieser Stelle eine Lücke, 
Ueber meine Ergänzung derselbcn durch das Wort Cupido vcrgl. man 
die nachfolgende Erläuterung. 
2) Il balnbino; es handelt sich um die einen Cupido darstel- 
lende Marmorfignn" eines Knäbleins.
        

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