Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384148
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Was aber von äiesem Gelde nach Abzug der 120 Lire 
noch übrig bleibt, soll durch die Vorsteher zur Hälfte dem 
Hospital von Sa. Maria Nuova zu Florenz gegeben werden 
oder dessen Hospitalverwalter, mit der Last, dass der be- 
nannte Hospitalar das besagte Hospital durch eine in dessen 
Rechnungsbücherl) aufzunehmende Schrift verpflichtet, der 
Agnoletta, Toehter des Thomasius Micbaelis von Florenz, der 
Nichte des Bildhauers Andrea del Verocchio, alljährlich, so 
lange sie lebt, so viel Getreide, Wein and Oel zu geben, 
als schicklich und passend sein wird für die Ueberweisung 
des besagten Antheils 2) nach der Regel und rlem Gebrauch, 
den das Hospital in ähnlichen Dingen befolgt, mit Rücksicht 
auf (lie obengenannte Summe und dia Verhältnisse der be- 
nannten Person. Und dies soll geschehen, wenn besagte 
Agnoletta zur Zeit saines Todes noch lebt. 
Die andere Hälfte der Summe, die übrig bleibt, soll der 
genannten Armengesellschaft von S. Martino verbleiben zu 
Allmosen und zum Seelenheil des besagten Testators, sowie 
saines Vaters und seiner Mutter. 
Das von Gaye (Cart. 1., App. p. 372) nütgetheilte 
Testament des Lorenzo di Credi ist kurz nach den Schreck- 
nissen der Belagerung von Florenz abgefasst, denen der 
schon siebenzigjährige Künstler, dessen Hinneigung zur Volks- 
parthei und namentlich zu den Gesilmnungen des Fra Giro- 
lamo Savonarola. auch anderweitig bekannt ist, sich nicht 
entziehen wollte. 
Die Kunstgeschichte kennt Lorenzo (lie Credi als Mit- 
schiiler Pietro Peruginds and Leonardo da Vincfs beim An- 
drea. Verocchio, dessen Liebling er war, und als einen sorg- 
samen Künstler, der durch Liebe 11m1 Hingebung die ihm 
fehlende hähere Begabung zu ersetzen suchte, und wenn uns 
Vasari mehrere Züge einer besonderen Herzensgüte von ihm 
  
1) In ejus libris de dando et solvendo, 
2) Pro commissions dictae quantitatis.
        

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