Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384075
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Von den in dem obigen (Pungileoni, 11., 183  Ver- 
trage erwähnten Malereicn in der Kathedrale von Panna wur- 
den nur die in der Kuppel ausgeüihrt. Sie stellen die Him- 
melfährt der heiligen Jungfrau dar und müssen hier ihrer 
hohen künstlerischen Bedeutung nach als bekannt vorausgesetzt 
werden. Dic Ausfiihrung der Malereien in der Tribune un- 
terblieb, indem Correggio, dessen stilles und zartes Gemüth 
durch das Benehmen der Bauherren verletzt wordexr war, 
sich. von der Arbeit zurückzog, so (lass er von dem ver- 
tragsmässig festgesetzten Lohne auch nur die für die Grässe 
und Bedeutung der daselbst vollendeten Malereien auifallend 
geringe Summe von 350 Golddmlkaten erhielt. (Fürster- zu 
Vasari 111., 1, S. 64, Annl. 7). Nicht minder gering War der 
Lohn des Künsters für die 1520 begonnenen und 1524 vol- 
lendeten Malereien in der Kuppel und Tribune der Kirche 
S. Giovanni Evangelista zu Parma, für die er nach allgemei- 
ner Annalnne 472 Golddukatcn erhielt. Die von Pungi- 
leoni IL, 169  174 aus den Klosterbüchern mitgetheilten 
Rechnungen dagegen beziehen sich nur auf die Summe von 
272 Dukaten, als deren Rest Correggio unter dem 23. Jan. 1524 
27 Dukaten erhalten zu haben eigenhändig bescheinigt (Pungll, 
171 l). Die Bescheidenheit und Genügsamkeit des Künstlers, die 
ans diesen Notizen hervorgehen, erscheinen um so grüsser, Wenn 
man bedenkt, dass derselbe Frau und Kinder zu erhalten 
hatte, und zu seinen Malereien immer die vorzüglichsten Ma- 
terialien verwendet haben soll.  
Und Wenn schon in dieser Beziehung Correggio im 
Vergleich zu den anderen grossen Meistern seiner Zeitun- 
gemein ungünstig gestellt erscheint, so war er es noch viel- 
mehr in Bezug auf die äffentliche Würdigtlng und Anerken- 
1) Jenc 272 Dukaten werden in dcm Rechnungsbxxcln angcführt als 
intcgro pagamenbo de la sua merce de pJa piuura deln Eclesia, und 
zwar werdcn davon 130 und 65 angerechnet als Lolm der Malerei 
und der Verzierung der Kuppcl; 5 für die Bereitnxlzg des Goldes am 
Fries und Karniess derselben; 6 für die an den Pfcilern belindlichen 
Kandelaljer; und 66 für den Frics (frixaria) rings um die ganze 
Kirclne (Araheskcn mit Amorinen und 'l'hicren) mit Inlacgriff der 
Pfeiler, Archivollen und aller nuderer Räume (ogni altro loco) znsmn- 
men 272 Dukatcn.  Am 25. Oktobcr 1525 erhielt Correggio noch 
für cinige Blalereien an eiucr Brüsbungslnauer im Chor 56 Lire. 
(100 Lire I 20 ÜIIIUIICH) Pungileoni a. a. 0. 174.
        

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