Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384022
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den übrigen grosscn Lleistcrxl jencr Zeit, namentlich bei Ima- 
nardo, Rzmfael und DIiche-l Angelo, die bei dur entsclliedcnsten 
Geltung ihrcr Subjectivität uns doch zuglciuh dic Gesammtbil- 
(lung jenes ganzen Zeitraulnes rcpräscntirexl künnen. Einer sol- 
chen wissenschaftlichen Bildung aber scheint nun Correggio, 
wenn auch nicht ganz fern, so doch jedenfalls auch nicht 
näher gestanden zu haben, als man dies etwa fiir die Durch- 
schnittszahl der Blittelklassen der damaligen Zeit überhaupt 
annnehmen darf. 
Daher denn auch von einem über die Grenzen gewühn- 
licher und alltäiglicher Verhäiltnisse hinausgehender Vcrkehr 
mit hervorragonden Zeitgenossen, der zur Beurtheilung jener 
anderen Künstler so erhebliehe Beiträge licfert, bei Oorreggio 
wohl nieht die Rede sein kann. Briefe im engeren Sinne des 
Wortes sind von ihm gar nicht erhalten. Ja, es giebt über- 
haupt nur ein einzigcs Autographum Correggids, und zwar 
ist (lies der Schlusszusatz zu (Iem von uns unter Nr. 50. 
mitgetheilten Dokumente. Dies aber, sowie (lie übrigen be- 
rührten Dokumente sincl hier aufgenommen worden, um jene 
oben angedeuteten Lebensverhältnisse in ein helleres Licht 
zu stellen uncl den daraus zu ziehenden Folgerlwlngen für don 
künstlerischen Charakter des Meisters eine sichere und posi- 
tive Begründung zu geben. 
T 
Connseaxds 
Vertrag 
mit 
ALBERTO 
PRAToNERo. 
Reggio, 14. October 1522. 
Durch diese Schrift von meiner Hand thue ich Alberto 
Pratonero einem Jeden kund und zu wissen, dass ich mich 
anheischig mache, dom Meister Antonio da Con-eggio, Maler, 
zweihundert und acht Lire alter Münze von Reggio zu ge- 
bcn and zwar als Bezahlung einer Tafel, Welche mir der- 
selbige in aller Vortrefüichkeit zu machen verspricht und auf 
welcher die Geburt unseres Hem-n gemalt sein s01], mit" allen 
den dazu gehärigen Iwiguren, naeh clen Maassen und der 
Grässe, die sich auf der eigenhäncligen Zeichnung angege-
        

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