Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383974
Raum für den Namen offen gelassen ist. Visconti vernm- 
thet, dass Andreas Fulvius gemeint sei. Diese Ailsicht 
wird bestätigt ciurclm eine Stelle ans der von Angelo Comolli 
herausgegebenen anonymen Lebensbesehreibung Rafaelis, in 
der es heissf, dass "Rafael mit Benutzung des Andreas Ful- 
vius dic Quartiere der Stadt Rem gezeichnet habe." Ande- 
rerseits aber bezieht sich jener berühmte Antiquar in der 
Vorrede seiner "Antiquitates Urbis" auf Zeichnungen, die Ra- 
fael noch kurz vor seinem Tode von ausgegrabenen Monu- 
menteu gemacht habe, so dass hier eine gewisse Wechselwir- 
kung zwischen dem Gelehrten und dem Künstler anzunehmen 
sein müchte, und Wenn das Buch des Fulvius auch da- 
mals noch nieht, Wie Visconti glaubt, erschienen war, so Wa- 
ren doch gewiss einige Theile jener Arbeit schon so bekannt 
geworden, dass sich Rafael an jener Stelle sehr wohl auf sie 
beziehen konnte. 
8) Die alten Strassen und NVege nämlich künnen, da sie, 
wo es anging, in grader Richtung geführt waren, ais Richt- 
schnur bei der Altersschäitzuxig der Gebäude insofern benutzt 
werden, ais jedes die grade Linie derselbeil unterbrechende 
Gebäucie als späterer Ban zu betrachten ist. 
9) Aus diesem Zeitraume hat Rom jetzt keine Gebäude 
mehr aufzuxrveisen. Mügiich, dass einige solche, die spätor bei 
den mannigfachen Erneuerungen der Stadt zerstürt worden 
sind, damals noch bestanden. Müglich auch, Glass, Wie dies 
auch nach Rvafael noch häuüg geschehoil ist, manche Gebäude 
des späteren Mittelalters von diesem in Üebereinstinnnung mit 
seinen Zeitgenossen in eine frühere Zeit gesetzt worden sind. 
10) Quelle che vi sono delle spoglie di Trajano e di 
Tito, heisst es im Text. Die Sculpturen des Constantins- 
bogens sind nänüich zum grüssten Theile von einem zerstürten 
Bogen des 'l'raja11 entlehnt oder geraubt. _Es ist indess nicht 
ganz Linwahrscileinlich, dass auch die architectonische Anlage 
des C-onstant-insbogens der (ies Trajanischen nachgebildet ist. 
In Bezug auf die antoninischen Sculpturcn scheixit Rafael 
einer irrigen Ansicht seiner Zeit gefolgt zu sein. 
11) Die 'l'orre della Milizla lst ein aus der Zeit Papst 
Iunocenz III. (Anfang des XIII. Jahrh.) stammendes Ge- 
bäude im Garten des Klosters S. Domenico und Sisto, im 
Bezirk des Klosters S. Caterina da Siena, und Wird im Volks- 
munde auch ais der Thurm des Nero bezeichnet, der von 
dort dem Brande Roms zugeschaut hahen sol]. 
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