Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383905
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ganz abweichend, und bilden mit ihnen gleichsam zwei 
treme, den neuesten Gebäuden einen Platz zwischen 
lassend. 
Ex- 
sich 
So also ist es nieht schwer, die aus den Kaiserzeiten zu 
erkennen, als welche die vortrefflichsten sind und mit der 
grüssten Kunst und in dem sehünsten Styl der Architectur 
errichtet sind, und diese allein sind es, d1e ieh zu erläutern und 
darzustellen beabsichtige. Auch darf in Niemandes Herzen 
der Zweifel entstehen, ob von den alten Gebäuden die weni- 
ger alten, weniger schün odcr weniger verstanden seien, in- 
dem alle einer und derselben Art sind. 
Und obsehon oftmals viele Gebäude von den Alten selbst 
erneuert worden sind, wie man liest, dass auf dem Platz des 
goldenen Hauses des Nero später die Thermen des Titus nebst 
seinem Palaste und dem Amphitheater erbaut worden sind, so 
waren dieselben doch nichts desto weniger von gleichem Styl 
mit andern älteren Gebäuden, die über die Zeit des Nero hin- 
ausgingen, so wie mit denen, die mit dem goldenen Hanse 
gleichzeitig waren. 
Gleichwol nämlich die Wissenschaften, die Sculptur und die 
Malerei, sowie fast alle übrigen Künste längst ihrem Verfall zuge. 
gangen waren und bis zur Zeit der letzten Kaiser immer mehr 
verwilderten, so wurde doch die Architektur aufrecht erhal- 
ten und da-rin eine gute Art und Weise beobachtet, und man 
haute eben so, Wie in der Zeit der ersten Kaiser, so dass 
die Baukunst unter allen anderen Künsten zuletzt zu Grunde 
ging. Dies lässt sich aus vielen Dingen erkonnen, wie unter 
anderen aueh aus dem Bogen des Constantin, dessen Anord- 
nung in allen Punkten, die die Archjtectur betreHen, schän 
und gut durchgeführt ist, wogegen die Sculpturen desselben 
Bogens ganz unverständig und ohne jede Kunst und jedes Ver- 
dienst sind. Jene aber, die sich daran aus der trajanischen 
Beute und vom Antoninus Pius be-finden, sind ganz vortreff- 
lich und von vollendetem Styl  
Aehnliches sieht man in den 'l'hern1en des Diocletian,
        

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