Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383846
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Ruinen Rems deren aine grose Fülle darbieten und dass 
überall Mannor von allen Arten fast von Jedermann aus- 
gegraben wird, der (la in oder bei Rom bauen will, oder 
überhaupt nur ein Wenig die Erde aufgräbt, so ernenne ich 
Dich, den ich zum Leiter clieses Gebäudes gemacht habe, 
zum Vorsteher über alle INIarmox-stückc 11m1 alle Steine, die 
von jetzt ab in Rom oder ausserhalb bis auf (leu Umkreis 
von zehn Miglien werden aufgefunden werden, damit Du 
dieselben ankaxlfest, wenn sie für den Ban (les Tempels branch- 
bar sind. 
Dieserhalb befehle ich auch Allen uncl Jedem, von wel- 
chem Stande und von welchem Verhältnisse er sei, ob adlig 
und vom hüchsten Range, oder vom mittleren und untersten 
Stanäe, dass sie sobald als müglich Dir, als dem obersten 
Vorsteher dieser Angelegenheit, von allem Marmor und an- 
dern Steinen, von welcher Art sie auch seien, die innerhalb 
des von mir vorgeschriebenen _Umkreises ausgegraben wer- 
dan, Kunde zu geben haben. Uncl wer dies nicht innerhalb 
von drei Tagen thun wird, soll nach Deinem Urtheil mit 
einer Busse von 100 bis 300 Goldscudi gestraft werden. 
Da. es mir mm überdiess be-kannt geworden ist, dass 
auf vielen von den alten INIaJ-morstücken Inschriften oder 
sonstige Denkmale eingegraben sind, solche Monuments aber 
oft irgend eine gewichtige Erinnerung enthalten, und (les- 
halb verdienen, zum Vortheil der Wissenschaften und der 
Eleganz der lateinischen Sprache aufbewahrt zu werden; 
und dass dieselben von den Steirxmetzen, die sich ihrer als 
ihres Materiales bedienen, unbedaehtsamer Weise oft so zer- 
schnitten werden, dass die Inschriften zu Grunde gehen, so 
befehle ich Allen, welche in Rom die Steinmetzkunst aus- 
üben, dass sie ohne Deinen Befehl oder ohne Deine E1". 
laubniss niemals irgend einen beschriebenen Stein zu be- 
hauen wagen, und zwar unter Anwendung derselben Strafe, 
wenn sie meinen Befehlen nicht Gehorsam leisten.
        

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