Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383622
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Nach dem Gegenstande des von dem Briefsteller ange- 
führten Holzschnittes haben wir es indess hier mit dem ersten 
Llerselben zu thun, von dessen nicht zahlreichen Werken 
Bartsch (Peintre Graveur XIII. p. 312 Nr. 1.) einen als 
"justice de Trajan" bezeichneten Kupferstich anführt, der 
(Iieses Kaisers Gerechtigkeit gegen eine arme WVittwe- dar- 
stellt und mit folgexlder Unterschrift versehen ist: 10. MARIA 
BRIXIENSIS. on. CARMELITARUM. MCCOCCII. 
Das Gesuch unseres Künstlers scheint sieh somit anf 
einen Holzschniit zu beziehen, welchen derselbe nach seinem 
vor zwälf Jahren vollendeten Kupferstiche ausführen liess, unfl 
ist nach der von anderer Hand hinzugefügten Bemcrkung 
"Quod fiat ut petitur" von dem Dogen genehmigt worden. 
Die sehr häufig nach Originalzeichnungen oder Stichen des 
Andrea Mantegna gest0che11en Blätter des Giovanni Antonio 
tragen dia Bezeichnung 10. AN. BR. Bartsch a. a. O. P. 321. 
RAFAEL 
SANZIO 
DA 
URBINO. 
Die Zahl der nachfolgendeld Briefe RafaeYs ist nicht 
gross, indess Werden dieselben sowohl wegen der Zeitfolge, 
in der sie entstanden sind, als auch wegen ihres Inhaltes, 
in welchem sich durchweg der liebevolle und milde Sinn des 
gättlichen Künstlers ausspricht, als nicht unwichtige Beiträge 
zu dessen Charakteristik zu betrachten sein. 
Die beiden ersten Briefe fallen in den grossen Wende- 
punktv von RafaeTs Leben und sind zu einer Zeit geschrieben, 
als er von Florenz ans, nachdem cr dort kaum seinen eigent- 
lichen Entwickelungsgang beschlossen, nach Rom berufen 
wurrle, welches damals durch Julius II. zum Mittelpunkt aller 
Wissenschaftlichen und künstlerischen Bildung Italiens erhobexl 
wurde und wo Aufgaben seiner warteten, deren Grässe und 
Bedeutsamkeit seinen Genius zu rascher und vollständiger 
Reife emporheben sollten. 
Denn die Grüsse der Aufgaben, an der die schwache 
und nicht durch angestrengte geistige Thätigkeit erstarkte 
Begabung so leicht zu Grande geht, ist dem wahren und 
durch (lie Arbeit des Studiums innerlich begründeterl Talente
        

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