Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383233
er hätte wohl gar keine HoHnung dazu und auch den Bi- 
schof Mous. Gonzaga schiene er als Liebhaber nur verge- 
schobexl zu haben, um durch Erregen einer gewissen Eifer- 
sucht die Marchesa eher zum Kauf zu bewegen. 
Der hier erwähnte Bischof Gonzaga ist Lorlovico, der 
Bruder des verstorbenen Marchese Federigo und Oheim (les 
Francesco. Er war im Jahre 1483 seinem Brader, dem 
Cardinal Francesco, im Bisthum von Mantua nachgefolgt. Die 
Eifersucht, auf welche Calandre. hier hindeutet, ist auch Sonst 
historisch dokumentirt. Lodovico nämlich wollte, wie Sein 
verstorbencr Bruder, Cardinal werclen, sein Neife Fran- 
cesco indess, hatte zu dieser Ehre seinen Brader Sigismonflo 
an Papst Sixtus IV. empfohlexl, nach dessen Tode (1484) 
(lie Feindschaft zwischen Oheim und Neffen ziemlich oifen 
ausbrach. Auch Lodovico war ein grosser Kunstfreund. 
Ausserdem, fährt nun Oalandra. fort, liesse Mantegna die 
Gräfin mn etwas Geld bitten, um besser an der Tafel des 
Gott Comus arbeiten zu künnen. Er (Calaxxdra) habe die 
Marchesa weitläiufig entschuldigt, doch ihm versprochen, die Be- 
stellung auszurichten. Er habe sich clann die Tafel angesehen, 
es seien darauf dargestellt, Comus, eine. unbekleidete und eine 
bekleidete Venus, zwei Amoren, Janus mit dem Neide in 
den Armen, um ihn hinauszubringen, Merkurius 11m1 drei an- 
dere Figuren, die vor ilnn Hiehen. Einige andre fehlen noch, 
aber die Zeichnung von fhesen sei sehr schün. Biantegna 
schiene übrigens etwas verletzt, dass die Marchesa nicht selbst 
geantwortet, doch meinte er, sie hätte sich vielleieht geschämt, 
ihm nicht helfen zu kännen, so (lass es schiene, als ob Man- 
tegna den von ihm (Calandra) gemachten Entschuldigungen 
guten G-lauben beimesse. 
In Bezug auf den Brief habe er ihm dann gesagt, sie, 
Isabella, halte es für keine geringere Aufnnerksan1keit, einen 
ihrer Diener zu schicken, als selbst zu antworten, übrigens 
schäme sie sich gar nicht, (la die Zeitumstände sie entschul- 
(ligen, wenn sie ihn nicht mit der Artigkeit 11m1 Frcigiebig- 
keit behandele, die seine Vorzüge verdienten. Schliesslieh 
mächte die Marchesa doch an Mantegna, schreiben, Ohne aber 
von seinem Uebelnehmen etwas merken zu lassen. 
Am ersten August schreibt cr wieder einen Brief an 
Isabella, ans dem hervorgeht, dass er die Statue zur Probe 
von "Mantegna erhalten habe, er habe sie ihm aber nur schwe1: 
11m1 mit grossen Ceremonien gegeben, 11m1 er, Oalandra, sel
        

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