Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383207
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Die in dem Brief erwährxte Vermählung wurde in der 
That im Februar (les Jalu-es 1490 mit Isabella, der Tochter 
des Herzogs von Ferrara, Ercole von Este and der Eleo- 
nora von Aragon, Tochter des Künigs Ferdinand von Neapel, 
vollzogen und zwar mit ungenleinex- lfweierlichkeit (Corio in 
der Gresch. von Mailand p. 880 sagt con immense trionfo), 
und in Gegenwart der Gesandten fast aller italienischen 
Fürsten. 
ANDREA 
MANTEGNA 
3,11 
FRANCESCO 
GONZAGA. 
Mantua, 2. 
Septemher 
1494. 
Mein erlauchtester Herr! Meine pflichtschuklige Empfeh- 
lung zuvor. Ich bin fortwährend bestohlen worden, seitden1 
ich mein Haus im Viertel von S. Sebastiano angefangen; 
doch (la ich nicht wusste von wem, so musste ieh schwei- 
gen. Nun aber hat es sich zugetragen, dass Lodovico, mein 
Sohn, sich von der Person des Diebes überzeugt bat, der 
mit meinen Sachen nicht mehr und nicht weniger Inachte, als 
Wenn sie von Anfang an seine eigenen gewesen wären. Uml 
nicht blos desÄNachts, sondern des Morgens und Mittags, Nach- 
mittags und Abends kam er zu meinen Mauersteinen und trug 
sich davon unter einem gewissen blauen Mäntelchen nach Hanse. 
Wie ich immer äie Steine fehlen sah, klagte ich sehr zu Ludo- 
vico darüber, unrl dieser, begierig ihn zu fassen, ging gestern, (la, 
der zweite Tag des Monats war, und fand den Dieb mit den 
Steinen unter dem Mantel. Nun sprach Lodovico so zu ihm: 
Sag mir, hast du diese Steine gekauft? und jener antwortete, 
Ja! Weshalb nun Lodovico nacll seinem HalbSchWe-rt griff 
und auf ihn, der einen grossen Säbel hatte, losging und ihm 
einen Hieb gab. Dies, mein Grlauchter Herr! hat mir sehr
        

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