Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383150
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meines schwachen Ta1entes')'ver1nag. Und ans Liebe zu 
Ew. Exc. sieht mich seine Heiligkeit unser Herr gern und 
ebenso der ganze Palast. Wahr ist es freilich, dass ich 
nichts bekomme, als meine Auslagen, noch habe ich je einen 
andern Lohn, selbst den geringsten nicht, erhalten. Ich 
wiirde auch nichts verlangen, (la es meine Absicht ist, Ew. 
Exc. zu dienen. Indess bitte ieh Euch, Eures Andrea Man- 
tegna nicht uneingedenk zu sein, auf dass er nicht sein Ge- 
halt, welches das erLHaus ihm schon seit langen Jahren gewährt, 
verlierc; denn die Dinge kännen nicht gut gehen, wenn es stets 
hier und da fehlt. S0 also main Erl. Herr! empfehle ich mich 
Euch 11m1 bitte Euch, dafür Sorge zu tragen. Von meinen Be_ 
schäftigungen hier und meinem Eifer, glaube ich wird EW. Herrl. 
unterrichtet sein. Das Werk ist gross für einen Menschen 
allein, der Ehre erwerben will und namentlich hier in Rom, 
wo so viele unterrichtete und treffliche Männer sind. Und 
wie beim WVettrennen der Erste der Renner (len Preis er- 
hält, so muss ich (161156113611, so es Gott gefällt, zuletzt erhal- 
ten 2). Unterdess enlpfehle ich mich Ew. Exc. 
Der Bruäer des Türken Wird hier im Palast unseres 
Herren wohl bewacht. Unser Herr gestattet ihm Ergützlich- 
keit der verschiedensten Art, wie Jagden, Musik, Gesang 
and Aehnliches. Oft kommt er hier zum Essen in den 
neuen Palast, W0 ich Inale, und als Barbar beobachte-t er 
ganz gute Sitten. Er hat eine gewisse stolze Hoheit und er 
nimmt niemals äie Mütze vor dem Papste ab, weil er keine 
trägt, sowie auch die Mütze vor ihm Ilicht abgenommexl wird s). 
Einen clieser Tage hat er seinem Dolmetscher so viel 
1) Fragile ingegno. 
2) E cosi come li Barbari el primo ha e] palio ame bisognfl 
nverlo in ultimo. 
3) Hier folgt mm eine Beschreibung der Lebensart und der 
Tagescintheilung des Türken, wie z. B. dass cr den Tag igber fiillf 
mal esse und ehen so oft schlafe, clnss er vor dem Essen Zuckor- 
wasser, nach dom Esscn aber Wcin aus einem eigenthünllichen Ge- 
mmsmm-nfiere. l. 5
        

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