Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383122
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ihn zuvor noeh zu grüsserel-Ehre in den Aäelstanä erhoben 
hätte. Dieser nämlich war nicht lange Zeit vor der Abfas- 
sung des Briefes von Papst Innocenz VIII. nach Rom be- 
rufen, 11m eine Kapelle in der von Pollajuolo erbzwten Villa 
des Belveäere mit Fresken auszumalen, die von Vasari we- 
gen ihrer fast miniaturartigen Vollendung hoch gerühmt wer- 
dan, aber unter Pins VL, bei Ardegung der Galerie des 
Museo Pio-Clementino, zerstärt worden sind. 
Mantegnafs sehr diskrete Bemerkungen über geringen Lohn 
von Seiten des Papstes, Werden auch von anderer Seite be- 
stätigt. Vasari bemerkt, der Papst habe ihm, durch seine 
vielfachen Geschäfte verhindert, nicht viel Geld geben kan- 
nen, und erzählt bei rlieser Gelegenheit eine Geschichte, die 
für den harmlosen Verkehr von Künstlern und Günnern nicht 
ohne Interesse ist. Als Mantegna einstmals (lie Figuren der 
Tugenden in grüner Erde gemalt batte, brachte 01' dabei 
eine Wahrscheinlicll nicht mit in dem Auftrag inbegriffene 
Figur an. Als der Papst sich nach deren Bedeutung erkun- 
digte, erwirlerte er ihm: ,,Es ist die Bescheidenheit". "Willst 
Du", entgegnete Innocenz, ,,ihr eine gute Begleiterin geben, 
so male ihr (lie Geduld zur Seite." Nach einer undern Ver- 
sion bei Ridolfi habe Mantegna die sieben Todsündeu zu 
malen gehabt, und als achte die Undankbarkeit hinzugefügt. 
Darauf habe ihm denn der Papst (lie Ausführung der sieben 
Tugenden aufgetragen, zu denen er als achte die Geduld 
malen sollte. In der That soll denn auch der Lohn bei 
Mantegnafs im Jahre 1490 erfolgten Abreise von Rom nicht 
ausgeblieben sein. 
In Betreif der von dem Papst als Belohnung zu gewäh- 
renden Pfründe haben ihn aber seine Yvermuthungen, es Werde 
sehr schwer sein, dieselbe zu erhalten, nicht getäuscht. Er 
hat sie nach Vasari nicht erhalten. Naeh dem als Ant- 
wort auf Andreaüs Brief erfolgten und hier hiexubeigefügten 
Schreiben Franceseds, das in einem etwas kühlen unfl vor- 
sichtigen Ton gehalten ist, scheinen die Vermittelungsversuche 
des Marchese nicht allzu lebhafter Natur gewesen zu sein. 
Die Antwort nämlich, abgedruckt bei Bott. VIH. 27, war 
folgende:
        

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