Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383052
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deres für Euch thun kann, so bitte ich Euch, über mich 
wie über Euren Diener zu verfügenQ womit ich nxich Ew. 
Herrlichkeit auf immer empfehle. 
Baccio Pontelli war ein vie] beschäftigter Baumeister 
des XV. Jahrhundert, der, nachdem er lange Zeit für Papst 
Sixtus IV. in Rom Bauten ausgeführt batte,  Maria del pod 
polo, die sixtinisehe Capelle, Ponte Sisto, S. Agostino) von dem 
Herzog Federigo nach Urbino berufen wzu-d, um an dem Bau 
saines herrlichen Palastes daselbst Theil zu nehmen; jenes 
Palastes, von dem Üastiälione im Cortegiano (Lyon 1553) 
1L 4 sagt, dass er nicht cm Palaft gewesen, sondern eine 
Stadt in Form aines Palastes gesclnenen habe. Dieser ward, 
nachdem schon seit 1447 chu-an gebaut worden, von Luciano 
Lauranna 1468 übernommen, der im Jahre 1463 starb. Man 
hat geglaubt, dass Baccio Pontelli, der von Vasari und an- 
dern auch Pintelli genannt wird, als der eigentlicvhe Erfmder 
des Planes zu betrachtcn sei und Lauranna nur die Ausfüh- 
rung geleitet habe (Schorn in der deutschen Ausgabe des 
Vasari, Leben PontellYs, Gays, Kunstblatt October 1836). 
Indessen spricht dagegen (lie bestimmte Aussage des Giovanni 
Santi in seiner Reimchronik, dass Lauranna der Baumeister 
,,über allen andern" (a. tutti gli altri sopra) gewesen sei. 
(Passavant Rafael S. 458.) 
Auch deutet nach Dennistoulfs richtiger Bemerkung 
(Memoirs of the dukes of Urbino I. 149) der Umstand, dass 
Pontelli in seinem Briefe sagt, er habe Alles selbst nachge- 
messen, darauf hin, dass er den ursprünglichen Entwurf we- 
der selbst gemacht, noch zu demselben Zugang gehabt habe. 
Es ist daher die Annahme nicht 1111wz1h1fschein1ich, dass Bac- 
cio Pontelli zur letzten Ausscl1n1ijeku11g des Palastes mit Or- 
namenten und Sculpturcffn, auf d1e auch der Brief besonderes 
Gewicht legt, nach Urblno berufen sei, um so mehr als Lau- 
ranna erst 148311501110110211 istä Pontelli aber diesen Brief 
sehon 1481 gesc ne en at. bo ma 61' also vielleicht mit 
Francesco di Giorgio Martini von Sieäa, Ambrogio dfAntonio 
Baroccio von Mailand und andern von Griovanni Santi unter 
,,tutti gli altri" verstanden worden sein. Dass Lorenzo 66' 
Medici gerade vom Pontelli die Zeichnung verlangen Iässt, 61" 
klärt sich leicht daratls, dass dieser von G-eburt ein Floren-
        

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