Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381747
DIE 
VERDIENSTE 
DER 
VANDALEN 
DIE 
KUNST. 
IILIITIHICF. 
Der 
Hauptunterschied 
beruht 
HUT 
der 
Höhe 
der 
Hypotheken 
Das moderne Schlagwort ist Einfach und Edel. Durchge- 
schlagen hat dies freilich, wie man nur zu oft mit riesiger Freude 
bemerken kann. Aber fragt mich nur nicht wie? In der Haupt- 
sache viereckige grosse Kästen, fein säuberlich mit Ölfarbe an- 
gestrichen, mit recht schön symmetrischen Fenstern und die 
Dächer hübsch in einer geraden Linie. Erker und Chörlein aber 
welche z. B. Nürnberg ein so malerisches Gepräge verliehen 
haben  denn auch sie fallen mehr und mehr der heute grassie- 
renden Nivellirungssucht zum Opfer  sind als regulativwidrig 
verpönt. 
Solche 
Kunstzustände , 
VGFWOITCHC 
welche 
erfreulicherweise 
infolge einmütigen Zusammenwirkens von Theorie und Praxis, 
insbesondere durch die mit beiden in engster Fühlung stehenden 
Kunstgewerbemuseen sich in dem letzten Jahrzehnt sichtlich 
gebessert haben, hätten aber auch im Mittelalter herrschen 
müssen, wenn die guten Vandalen, Goten, Alanen, Gepiden u. s. w. 
gewaltsam 
nicht 
sie 
verhindert hätten. 
Wenn einmal die Frage aufgeworfen würde. wem die gelehrte 
Welt den Namen ihres grössten Wohltäters schuldig sei, wüsste 
ich wohl, wem ich die Palme reichen würde. Freilich nicht dem 
Cicero, 
diesem 
eitlen Schwätzer 
und Phrasenmacher 
Alter- 
des 
tums, dessen Schriften leider mit unserer sogenannten klassischen 
Bildung so verwachsen sind, dass schon der Versuch unsere 
Kenntnisse ohne Cicerionianisches Latein erlangen zu wollen in 
den Augen der orthodoxen Schulmänner als eine Huchwürdige 
Ketzerei erscheint. Und doch besteht der vielgepriesene Geist 
Ciceros, in welchem unsere Gymnasiasten denken und schreiben 
sollen, in nichts als in einer allerdings eminenten Geschicklichkeit 
mit vielen Worten wenig oder gar nichts zu sagen. Nicht dieser 
Federheld erhält von mir den Lorbeerkranz sondern ein Mann
        

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