Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381727
DIE 
VERDIENSTE 
DER 
VANDALEN 
DIE 
KUNST. 
tochter 
ist 
und 
bleibt 
die 
Leben verklärt, 
irdisches 
LIHSCF 
doch 
nicht göttlichen sondern rein menschlichen Ursprungs und wie 
alles Lebendige in stetem Wechsel begriffen, daher aber auch 
eines  uns vielleicht jetzt unfasslichen  ewigen Wachstums 
fähig. Sie kann Zeiten gewaltigen Aufschwungs, der Hervor- 
bringung gewaltiger Meisterschöpfungen aber auch Zeiten des 
Rückganges und Verfalls, sie kann aber nie eigentlich einen un- 
überschreitbaren Höhepunkt haben. Dass die kirchliche Baukunst 
im gotischen Stil das Höchste geleistet hat, was überhaupt die 
Kirchenbaukunst in allen Ländern und Zeiten geschaffen, ist 
freilich noch heute meine subjektive Überzeugung. Allein wie 
können wir so anmassend sein ein absprechendes Urteil über 
unsere Epigonen zu fällen, deren Leistungen annähernd zu 
taxieren, oder auch nur zu ahnen wir gar nicht im Stande sind. 
Als Produkt des menschlichen Geistes, als wesentlicher Faktor 
des gesamten Kulturlebens ist natürlich die Kunst auch allen Ge- 
setzen, allen Beschränkungen des menschlichen Lebens unter- 
worfen. Denn sie kann eben nur dann ein behagliches gesundes 
Dasein haben, 
sie 
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mit dem Leben, 
mit der Fortentwicklung 
der Menschheit beständig mit fortschreitet, wenn sie stets die 
Fühlung mit dem Boden behält, dem sie entsprossen. Die Kunst 
muss immer wahr bleiben, d. h. lebenswahr, sie darf sich die 
Welt, 
im Wege der Spekulation konstruieren. 
die Menschen nicht 
stets 
IULISS 
sondern 
innerhalb 
des Lebens, 
der Grenzen 
der Wirk- 
lichkeit und der Möglichkeit sich halten. Sie muss aber auch 
modern sein, d. h. sich den jeweilig" veränderten Verhältnissen 
anschmiegen. Der Geist, die Ideen, Anschauungen und Empfin- 
dungen der jeweiligen Mitmenschen müssen in ihr voll zur Dar- 
stellung gelangen und zwar zu einer lebenswahren, lebensvollen 
plastischen Darstellung. Das ist das eigentliche Wesen der 
Kunst! Da ferner das Streben der gesamten Menschen auf 
Konservierung der Gattungen und Arten geht, auf Aufrecht-
        

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