Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381703
DIE 
VERDIENSTE 
DER 
VANDALEN 
DIE 
KUNST. 
Die Seele der Kunst ist der Stil. 
meist einem unverdauten Gemengsel 
Allein wir begegnen heute 
von allerlei Motiven, einem 
Kunterbunt 
VOfl 
den 
Pharaonen 
alten 
an 
durch 
alle 
Völker 
und 
Länder 
bis 
ZLII" 
Neuzeit. 
Von 
einem 
einheitlichen 
nationalen 
keine Spur. Besonders wenn es sich um einen 
handelte, stellte sich die Konfusion sofort ein, 
Grundgedanken 
Monumentalbau 
dokumentierte sich die völlige Zusammenhaltslosigkeit. Der 
erwärmende Kern, die wahre Volkstümlichkeit fehlt eben unserer 
Kunstepoche. Mit dem Schwinden der Popularität verHüchtigen 
sich aber auch schöpferische Freude und Kraft, die ideale Kunst- 
ausübung sinkt zu einem des schnöden Mammons wegen betrie- 
benen Gewerbe herab, wird kalt konventionell und verfällt ihrem 
geschwornen Todfeinde dem Bureaukratismusder sie dann poli- 
zeimässig mit entsprechenden Reglements, Statuten und Verord- 
nungen glänzend ausstattet, und dann  Gute Nacht Hänschen! 
Die wahre Kunst lässt sich nicht terrorisieren, der Künstler 
lässt sich nicht zu einem geistig uniformierten Gamaschenhengst 
herabdrücken, der par Ordre de Mufti in Patriotismus etwa zu 
politisiert, agitiert und 
Atmosphäre kann die 
machen hat. Wo blos räsonniert, kritisiert, 
randaliert wird. in einer solchen wüsten 
zarte Blume Kunst nicht gedeihen. 
Der Idealist 
betrachtet 
Kunst 
die 
als 
eine 
VOITI 
Zllf 
Himmel 
Erde niedergestiegene Göttin gekommen den. Menschen 
Dasein zu verschönern, ein Geschenk des Himmels, wie 
ihr 
die 
Sprache , 
beide 
allein 
dem 
Menschen 
verliehen 
ihn 
V01" 
dem 
Tiere auszuzeichnen. Nun hat aber die moderne Anthropologie 
das schöne Märchen vom Himmelsgeschenk der Sprache gründ- 
lich zerstört, sie hat die langsame Entstehung der grossen Natio- 
nalsprachen aus Tausenden kleiner Familiensprachen und diese 
wieder als die Produkte der Nachahmung natürlicher Laute nach- 
gewiesen. Eine unendlich lange, sich stetig mit den grössten 
Mühen fortbildende Entwicklungsreihe aus den einfachsten rohe-
        

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