Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381673
DIE 
VERDIENSTE 
DER 
VANDALEN 
UM 
DIE 
KUNST. 
binden 
die Ohren verstopfen und sich selbst an den Mastbaum 
liess. Das Mittel war sehr mechanisch aber es half. 
Wer weiss, 
alte Kunst auf 
ob Italien 
seine Zeit 
einen Dante erzeugt hätte wenn die 
auch nur den mindestens bewussten 
Einfluss geübt hätte. Von der ganzen römischen Archäologie 
hatte der grosse Dichter, der heutzutage sicher Dr. phil. und 
Professor der klassischen Dichtkunst wäre, keinen blassen 
Schimmer. In Dantes lxVerken Endet sich nicht eine Spur einer 
Aufmerksamkeit auf die antiken Denkmäler als Gegenstände 
eines Studiums. Er gedenkt nur flüchtig der Gräberfelder von 
Arles und Pola, lässt dagegen die vielen grossartigen Monumente, 
die er auf seinen Reisen sehen musste, ja selbst Roms Altertümer 
ganz unerwähnt. Da er nun das Rom seiner Tage stets erwähnt, 
so kann der Grund seines Totschweigens der antiken Kunstreste 
nur in dem gänzlichen Mangel irgend einer Liebe zu archäolo- 
gischem Wissen und Studium liegen. 
Wie würden wir aber heute über einen Dr. phil. Zetermordio 
schreien, der nicht dieganze griechische und römische Archäo- 
logie herzubeten im stande wäre?  
Ich gestatte mir auch die Hypothese in das Bereich unserer 
Reflexion zu ziehen, wie sich die ganze Renaissancebewegung 
ohne nnsere Speziallieblinge die Vandalen gestaltet haben müsste. 
Betrachten wir die Gedanken, die damals die leitenden und 
bewegenden waren, so 
Bestrebungen wie heute. 
finden wir eigentlich genau dieselben 
Wir wollen auch eine Reform wie das 
Quattro- und Cinquecento. nur dass der Ausgang und die Mittel 
grundverschieden sind. Suchen wir Material und Bestimmung, 
Idee und Ausdruck in Einklang zu bringen, suchen wir mit einem 
Wort stilvoll zu sein, so beabsichtigte die Renaissance nichts 
Weiter als eine W iedererweckung der antiken Kunst. Allerdings 
nicht in dem Sinne wie wohl manche modernen Architekten, die 
UHSCTC 
Lebensformen. 
Bedürfnisse, 
UIISCFC 
civilisierten 
Glied-
        

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