Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381617
DIE 
VERDIENSTE 
DER 
VANDALEN 
UM 
DIE 
KUNST. 
Zwar weiss 
Natur, 
die 
unaufgelösten Disso- 
aller 
Feindin 
die 
nanzen mit der Zeit stets ihre angefochtene Herrschaft wieder 
zu gewinnen, wenn auch der jeweilige "gute Geschmack," die 
Mode, sie momentan ausser Kurs gesetzt hat. Sie überzieht das 
grelle, ungeschlachte Menschenwerk mit Staub, Russ und Rost, 
schlägt ihm auch Arm, Beine und sonstige stilwidrige Extremi- 
täten ab und setzt es dann als epheuumrankte, moosbewachsene 
Ruine 
selbst wieder in 
mit sich 
Harmonie. 
Die 
alten 
Bauhütten 
können 
Wohl 
nicht 
wiederhergestellt 
werden. Sie sind aber doch ein Fingerzeig der Geschichte wie 
die Kunst um volkstümlich zu bleiben zu pflegen sei. Sie wurden 
nämlich nicht auf ministeriellen Befehl in der jeweiligen Haupt- 
und Residenzstadt angelegt, sondern sie haben sich von selbst 
überall dort gebildet, wo Material, technische Fertigkeiten und 
Kunstsinn vorhanden war. Die alten Meister wurden auch nicht 
in einer öffentlichen Schule mit der Berechtigung zum Einjährigen 
von Jugend an gebdrillt, s0ndern_sie bildeten sich aus den-natür- 
lichen Verhältnissen, direkg ggwdeni praktischen Handwerk 
heraus. Daruim bliehen sie sich und dem Volke treu. Das Her- 
"Qögäen aber aus der Werkstätte bewahrte sie auch vor der 
Pedanterie, der Tochter des allbeglückenden grünen Tisches. 
Wenn freilich den Kindern die griechische und römische Mytho- 
logie mehr eingebläut wird als die biblische und die Landesge- 
schichte, wenn sie von den Pyramiden, den Flüssen Australiens 
oder dem Dark Continent mehr wissen als von der Dorfkirche 
und 
auf 
der Ruine 
heimatlichen Schlossberg, 
dem 
CS 
dann kann 
kein Wunder nehmen, wenn das Grossartigste, 
was je der mensch- 
liche 
Geist 
auf dem 
Gebiet 
der 
kirchlichen Kunst 
geleistet 
hat, 
missachtet, angefeindet, ja sogar als ein glücklich überwundner 
Standpunkt bezeichnet wird. Es kann da ferner sich ereignen, 
dass Gotisch und Ultramontan als gleichbedeutend gebraucht 
werden und dass von protestantischer Seite, aus Opposition, ja
        

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