Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381461
ÜBER 
MODERNE 
KUN STKRITIK  
kann. Und dabei ist die ganze Kollektion von 286 Skizzen, die 
Sie hier sehen, unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen 
und oft unter steter Lebensgefahr in kaum zwei Monaten auf- 
genommen worden zwischen Krokodilen und Eisbären, Anthro- 
pophagen und Karolineninsulanern. Sie stammen von dem auch 
als Konzertbildhauer berühmten Spezialartisten der New New- 
lllustrated New York News Mr. Colourwater und hatten nur den 
Zweck die Farbe der verschiedensten Landschaften festzuhalten, 
die die internationale Expedition zur Einfädelung neuer Handels- 
anknüpfungen mit dem Kongostaate berührte. 
Daher sehen wir denn auch nur Farbe und nichts als Farbe, 
da für die eigentliche Zeichnung nach dem amerikanischen 
Prinzip der ausgedehntesten Arbeitsteilung ein Spezialphoto- 
graph angestellt war. So vereinigen sich Kunst und Kunstge- 
werbe in Franz Josephs Land wie in Anna Bequema. 
Xll. Mit dem Thonmodell fängt jedes plastische Kunstwerk 
bekanntlich an. Die formlose, weiche Thonmasse erhält unter 
des Künstlers Händen mehr und mehr feste bestimmte Gestaltung. 
Dem geistlosen Gestein wird Seele eingehaucht. Das vollendete 
Thonmodell lebt. Das Material jedoch zwingt, es durch den 
kalten, starren Gipsabguss zu ersetzen. Es stirbt bis es in der 
Ausführung in Marmor seine Auferstehung feiert. Der Künstler 
hat daher sehr wohlgethan, dass er meinem heimlichen Rippen- 
stoss gefolgt ist und nunmehr die Marmorstatue ausgestellt hat. 
Allein doch noch kann ich mich nicht für ganz befriedigt erklären 
und zwar aus ästhetischen Gründen. 
Der Mensch trägt im Gegensatz zum Tier sein Haupt hoch 
und aufrecht, er ist der Beherrscher der gesamten Schöpfung. 
Die natürlichste Darstellung der menschlichen Figur ist daher 
die gerade, aufgerichtete Gestalt. Die charakteristischen Linien, 
der gewichtige Unterschied zwischen Spielbein und Standbein, 
über den sich unter Einflechtung von anatomischen Schlagworten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.