Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381419
PRAXIS  
sicherste Weg ist es im Katalog nachzuschlagen. Allein ge- 
wöhnlich sind alle Gemälde kurz vorher umgehängt worden und 
die neue Auflage des Katalogs noch nicht fertig. Ausserdem 
zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kataloge das Bestreben, 
mit möglichst grössten Meistern zu prunken. Schliesslich aber 
ist es jetzt Modekrankheit aller neugebacknen Galleriedirektoren 
geworden, auf Druck- und andere Fehlerin den alten Katalogen 
jagd zu machen, um durch Anschwärzung ihrer Vorgänger sich 
selber in ein helleres Licht zu setzen. S0 ist es am besten, dass 
man sich, wie überall, so auch hier möglichst zugeknöpft verhält 
und auf die kleinen Eigentümlichkeiten Acht giebt, an denen die 
grossen Meister untrüglich erkannt werden.  
Hart unschön ist 
Genelli hat den 
C o r n e l i u s, 
Linienüuss. 
Meist 
manirie rt 
und 
weich 
SChwind 
Und 
Overbeck 
frommes 
Kind. 
Der alte Karstens ist gigantisch 
Und Schncrr deutschkräftig und romantisch; 
Max ist zu seelisch, Veit zu strenge, 
Von Kaulbach malt nur für die Menge. 
Rahl zweifelsohne ist zu keck 
Und 
Courbet 
malt 
nur 
Dreck 
Dreck. 
Knut Ekwall, der Manier zu lieb, 
Malt wie die alte Marlitt schrieb. 
Unzählbar 
sind 
Achenbach. 
Den preusäschen Ruhm mit Ach 
Von Werner riesig illustriert 
Von Oben dazu kommandiert. 
und 
Krach 
Des 
Volks 
Erzähler 
Vautier 
Als 
Ihn 
populärer Kolorist 
übertrifft vielleicht 
noch 
Knaus. 
Bei Beischlag sehn die Jungfern 
Wie fabriziert aus Chokolade 
3.115 
Echt 
altdeutsch 
aber 
süsslich-fade. 
Von 
Uhdes 
Bilder 
farbenblind 
Verwaschen 
und 
verschwommen 
sind,
        

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