Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381315
THEORIE. 
HUF 
zwei 
Arten. 
Die 
eine, 
die 
verfeinerte 
W irtshausschilder- 
pinselei könnte man mit Dessert-, Mund- oder Magenrnalerei be- 
zeichnen, die andere, welche das heutige Kunstgewerbe verherrlicht, 
fällt mehr unter den Begriff der Dekorationsmalerei. Jene findet 
in modernen Bahnhöfen, diese in altdeutschen Weinstuben am 
besten ihren Platz. Allein es fragt sich doch sehr 0b die por- 
trätierten Cigarren, Würste, Steinpilze mit oder ohne Kotelette. 
Backhändl u. s. w., ferner die gemalten Fayencen, Teppiche, Rüs- 
tungen, Holzschnitzereien vor den Originalen wirklich den Vorzug 
verdienen? ich für meine Person wenigstens ziehe ein wirk- 
liches Austernfrühstück einem blos gemalten entschieden vor. 
Ich 
nach 
denke 
dieser Quintessenz aller Kunstweisheit müsste 
selbst 
ein 
Blinder 
im 
Stande 
sein, 
ohne 
sich 
eine 
Blösse 
geben, über alle Bilder einer Ausstellung ein treffendes Urteil 
fällen zu können, vorausgesetzt, dass er ein gutes Gedächtnis, 
eine schlagfertige Zunge und etwas Keckheit hat.  
Spur 
Du hast wohl Recht ich linde nicht die 
Von einem Geist, denn alles ist Dressur. 
Dass überhaupt grosse Geister so empfindlich gegen die 
Kritik sein können, ist mir ganz unerklärlich. Und doch hat eine 
kleinliche hämische Kritik einem Newton das Herz zerrissen, 
Racine 
einen 
ZU 
Boden 
gedrückt 
einen Tasso 
den 
in 
Wahnsinn 
getrieben. 
W ie 
konnten 
auch 
solch 
Genies 
gottbegnadete 
gessen, dass nur das Niedrige, Alltägliche heimtückischen An- 
griffen entgeht und dass sie auf dem Gipfel des Ruhmes stehend 
infolge ihrer Erhabenheit sich zu einem erwünschten Ziele 
selbst 
machten, auf das den Bogen zu richten 
A. B. C. Schütze keinen Anstand nahm. 
der erbärmlichstc
        

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