Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstästhetische Sünden
Person:
Waterloo, Dirk van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380793
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381279
THEORIE. 
darin mit möglichster Breite  da nach der Zeile bezahlt wird  
erzählt wird, wie man beim Weg aus dem Bierhaus in einen 
Graben gestolpert ist, so werden noch jetzt die allerunbe- 
deutendsten, selbst unsaubersten Gegenstände  je schmutziger 
um so besser  unter dem Titel Genrebilder gemalt und die 
Flagge muss die Ladung decken. Die Künstler vergessen leider, 
dass einen lVlurilloschen Bettelknaben eben nur ein lVlurillo malen 
konnte 
Die Technik 
ist 
heute 
alles , 
Iclee ist Neben- 
und 
Geist 
sache. S0 wird der am meisten bewundert, der auf die möglichst 
kleinste oder grösste Fläche einen besoffnen alten Droschken- 
kutscher oder ein 
graphischer Treue 
keifendes schmutziges 
zu malen versteht. 
Fischweib 
mit 
photo- 
der heutigen Landschaftsmalerei 
In 
die 
herrscht 
Vedute 
vor, d. h. die Darstellung von wirklich existierenden Gegenden. 
Die komponierte Landschaft ist fast ganz verdrängt. Hierüberund 
über die dadurch kundgegebene Phantasiearmut der Künstler 
sowie über das leidige überall herrschende Utilitätsprincila muss 
man einige jeremiaden loslassen. Die wenigsten Landschaften 
werden um ihrer selbst willen gemalt und was wichtiger ist ge- 
kauft. Eine Vedute Endet immer ihre Freunde. Sie bleibt eine 
angenehme Erinnerung für den, der die dargestellte Gegend aus 
eigner Erfahrung kennt. „Da in jenem Hause mit dem reizenden 
Giebel habe ich vor zehn Jahren gewohnt. Die Fensterläden 
waren aber noch nicht grün angestrichen. Es war ein hübsches 
Zimmermadel dort, die mich aber riesig kalt ablaufen liess." 
Oder a„Auf dem Aussichtsturm da auf dem fernen Berge war 
ich auch mit zwei rothaarigen, schlanken Engländerinnen. Die 
jüngere hübsche liess ihren Bädecker hinunterfallen, ich holte ihn 
und die dicke Mama lud mich aus Dankbarkeit abends zum Thee. 
Ich ging aber nicht hin, da ich der Mirzl 
rechts zu tief in die Augen geguckt hatte." 
hört man oft. Ein anderer hat Verwandte 
da in der Sennhütte 
Solche Erinnerungen 
oder gar einen Erb-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.