Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380499
tigkeit (lieser Frage halte ich's für angezeigt, auf das, Wort 
eines wohlunterrichteten Unbekannten hinzuweisen, der um die 
Wende des eilften Jahrhunderts schrieb. Der Anonymus Bernen- 
sisf) mahnt nämlich  trotz der eingehendstvoii ihm gegebenen 
Vorschriften  dringend zu eifrigem Weiterstudium zum Zwecke 
besserenVerständnisses und zur Fortentwniickelung des durch ihn 
Gebotenen. Er erkennt, dass bei syistematischem YVeiterstudium 
das angeregte Nachdenken zum Forschen und Experimentircn 
führt, dessen der Künstleyhicht entbehren kann. Denn be- 
kannt mit dem Vorangegangenen und voll von freudiger Schaffens- 
lust, wusste er ausßErfahrung, wie die Beachtung und Benutzung 
scheinbar geringfügiger Dinge, die man unmöglich alle besprechen 
kann, höchstfwichtig ist.  Eben seine Schrift über die Ei- 
tempera veranlasst mich, ein Beispiel anzuführen, welches das 
Ge estätigt und woraus erhellt, dass diese Anschauung 
kei einseitige war, sondern zu anderer Zeit und an anderem 
    
4- Cennino Cennini sagt in seinem Buche von der Kunst oder 
Tractat der Malerei, Paragraph einhundertsiebenundvierzig, dass 
man sich zum Malen frischer, heller Fleischtöne des Dotters 
eines von einer Stadthenne gelegten Eies bedienen soll, weil 
diese Dotter lichter sind, als von den Landhennen, welche eine 
durchweg röthlichere Färbung zeigen und dementsprechend zu 
verwerthen sind. Der Unterschied besteht aber nicht allein in 
der Farbe, und wenn derselbe heute auch noch nicht wissen- 
schaftlich festgestellt ist, so lehrt ihn uns doch die Erfahrung. 
Ich benutze diesen Umstand darauf hinzuweisen, wie richtig 
das vorhin Gesagte ist, und wie nothwendig es ist, auf Grund 
des Gegebenen weiter zu forschen, und nichts auf diesem Ge- 
biete als unwesentlich zu betrachten. Wenn wir bewundernd, 
oft mit einem gewissen Neide vor den wohlerhaltenen Bildwerken 
früherer Meister stehen, dann (lürfen wir nicht der Mühen, der 
Sorgfalt vergessen, die jene dem technischen Theile zugewandt 
haben,  Die oben erwähnte Unterscheidung CenninPs berührt 
Manchen gewiss etwas fremdartig, und doch ist die Erklärung, 
die Cennini zwar nicht beifügt, bald gegeben. Als man noch 
i) Anonymns Bernensis über die Bindemittel und das Coloriren 
von Initialen. Zum ersten Male aus der Berner Ilandsehrift heraus- 
gegeben und mit einer Uebersetzwmg versehen von Hermann Hagen. 
Mit einer Notiz über die Quellenlitteratnr der Eitemlaeratechnil: von 
Albert Iig. Wien 1874. W. Braumiilier.
        

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