Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380475
Einem mir von hoher, massgebender Seite ausgesprochenen 
Wunsche folgend, bringe ich in Nachsteheildenrtweitere Beiträge 
zur Geschichte, wie zur Entwickelungetüiid praktischen Be- 
nutzung der uns theils überkommenen, theils neugefundenen 
Maltechniken. Zimächst sollen. im Anschlusse an die schon 
erfolgte Darlegung der Technik der Fresco-Malerei die für Wand-, 
für Monu-rnentalrnalereiirbestimmten Verfahren, Besprechung finden: 
"mUbmisswniöglic-h ist, witterungsbeständige Wandbilder 
herzustellen, solche, die allen Temperatur, allen von aussen 
auf dieselben wirkenden Einflüssen, welcher Art sie auch sein 
mögen, zu trotzen im Stande sind, dies zu vertreten überlasse 
ich denen, die solches behaupten und die Verfahren dazu em- 
pfehlen. - Wir wissen, dass auf die Dauer der Tropfen den 
Stein höhlt, ganz gleich, 0b er sedimentäres Gebilde oder durch 
plUtOIliSChG Gewalten hervorgebrachtes Gestein trifft; mit anderen 
Worten, ob er auf Sandstein oder selbst auf Granit oder Basalt 
fällt; auf die Dauer widersteht weder das eine noch das andere. 
Daraus folgt aber, dass Aussen angebrachte Bilder, die Wind und 
Wetter und damit selbst mechanisch wirkenden Einflüssen aus- 
gesetzt sind, bei Betrachtung der die Farben bindenden und 
schützenden Mittel nur von begrenzter Dauer sein können. Anders 
verhält es sich mit den Malereien an lnnenwänden.  Wenn 
ich auch an meiner früher schon ausgesprochenen Ansicht fest- 
halte, dass die Fresco-Technik für Monumentalmalerei die erste 
Stelle einnimmt und hierfür unentbehrlich ist, S0 lohnt es sich 
doch, die anderen Verfahren auf ihren Werth und ihre Ver- 
wendbarkeit zu prüfen. Denn neben der Solidität, der Wider- 
standsfähigkeit  Bedingungen, die eigentlich selbstverständlich 
sind  kommen Zeit, Umstände, lokale Verhältnisse und nicht 
weniger individuelle Eigenthümlichkeiten des ausführenden Künst- 
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