Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380668
darauf zu achten, dass das Kaliwasserglas rein ist; namentlich 
muss dasselbe frei von Schwefelverbindungcn sein, die auf 
einige Farben schwärzend wirken könnten.  Die in der be- 
kannten Weise mit Sporenrad und Nadel durchstochene Contour- 
Zeichnung wird vermittelst des Staubbeutels auf die Wand über- 
tragen.  Vor dem Malen ist die Wand mässig anzufeuehten, 
zu welchem Zwecke man sich der Staubspritze des Fixirtings- 
apparates bedient. Man malt nass in nass, und netzt deshalb 
nicht allein die zu bemalende Fläche, sondern auch deren Weitere 
Umgebung mit Regenwasser, doch so, dass kein Abfliessen der 
Feuchtigkeit stattfindet. Trocknet der Grund während des Malens, 
so feuchtet man denselben nach Erforderniss in der gedachten 
Weise wieder an. Bei diesem „nass in nass-Arbeiten" ist ein 
sichern der Contouren unerlässlich, und dies erreicht. man am 
besten durch nachziehen derselben mit einer in Regenwasser 
abgeriebenen Farbe.  Es empfiehlt sich weiterhin, das Bild 
dünn, gleichmässig leicht zu untermalen und dies Verfahren 
auch im Verfolg der Arbeit zu beobachten; zu pastos zu malen 
ist nicht gut. Die mit Deckfarben nicht zu erreichenden Töne, 
und namentlich die Tiefen sind durch Lasuren herstellbar. Stets 
ist Regenwasser zur Verdünnung und Vermalung der Farben 
zu verwenden. Als Pinsel dienen solche, wie sie schon bei 
Erörterung der Fresko-Technik erwähnt worden sind: runde, mit 
Kordel gebundene Borst- und Haarpinsel.   
Ist das Bild fertiggestellt, dann feuchtet man die ganze 
gemalte Fläche an und vollendet nach Erforderniss die Arbeit 
durch Retouchen.  Was die Arbeit für Viele sehr angenehm 
macht, ist der Umstand, dass dieselbe beliebig unterbrochen und 
begonnen werden kann.  Wie schon erwähnt, werden die 
Mineral-Farben unter Keirn's Leitung in München verfertigt. 
Findet man dieselben etwas angetrocknet, dann können sie mit 
einer Holz- oder Hornspachtel und destillirtem oder Regenwasser 
wieder handlich gemacht werden. Die von dem Erfinder be- 
sonders empfohlenen Farben sind folgende: 
Weiss, Kreide (amorpher kohlensaurer Kalk), 
Zinkweiss,  
Permanentweiss (Barytweiss),'f) 
 Nach Barsch besteht der Baryt oder Schwerspath aus Schwefel- 
saurer Baryterde oder aus Baryumsulfat. Der auf künstlichem Wege 
hergestellte schwefelsanre Baryt zeichnet sich durch eine grössere Deck-
        

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