Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380657
mit Regenwasser auf 20-22 Gr. Bit) verdünnt worden ist, ge- 
tränkt. Dieses geschieht vermittelst eines flachen Borstpinsels 
und erfolgt zwei bis dreimal. Bevor die Imprägnirung wieder- 
holt wird, muss der vorherige Auftrag getrocknet sein; räthlich 
ist es, eine Wiederholung nicht vor Ablauf von vierundzwanzig 
Stunden zu versuchen. Zu rasches Tränken schliesst nämlich 
die Poren, wodurch leicht, der beabsichtigte Zweck vereitelt 
werden könnte. Es kann nicht genug betont werden, dass 
gerade die Aufsaugefahigkeit des Mörtels Hauptsache ist und 
nothwendig bis zum Schlusse erhalten bleiben muss. Sollte 
durch unvorsichtiges Beginnen diese gehemmt werden, dann ist 
die Sache verfehlt.  Ist der Untergrund nun soweit vorbereitet, 
dann wird der Malgrund angetragen. Bei Aussenmauern 
soll ein Drittel des Quarzsandes durch staubfreien Bimstein- 
sand ersetzt werden. Dass vor dem Anwurf des Malgrundes 
der Untergrund gehörig genetzt wird, sei vorsichtshalber hier 
nochmals empfohlen. Es genügt, denselben 2 mm stark 
anzutragen; stärker wie 3 mm soll er nicht sein. Der 
sich auf dem Malgrunde ausscheidende oder sich bildende 
kohlensaure Kalk soll durch Überstreichen mit verdünnter 
Phosphorsäure, die man vermittelst eines Borstpinsels aufträgt, 
entfernt werden. Man nimmt zu diesem Zwecke reine Phosphor- 
säure, welche mit dem fünffachen Volumen oder Raumgehalte 
destillirten Wassers verdünnt ist. Die drei bis viermalige 
Tränkung des Malgrundes mit Kaliwasserglas erfolgt genau so, 
wie dies schon bei Behandlung des Untergrundes angegeben 
worden ist; und hüte man sich vor zu schnellem Tränken, da- 
mit das bezweckte Durchdringen des Mörtels mit Wasserglas 
nicht vereitelt werde. Ist dies schon für die Haltbarkeit des 
Bildes nothwendig, so nicht weniger für das Malen selbst, indem 
sich dasselbe schwierig erweist, wenn der Grund die Feuchtig- 
keit nicht mehr gerne annimmt. Der Grund ist gut, so wie er 
sein soll, wenn er noch nach dem Fixiren aufgespritzte Flüssig- 
keit begierig aufsaugt, und beim Anklopfen wie Stein erklingt. 
Vor dem Beginn des Malens ist die ganze Bildfläche mit 
Regenwasser abzuwaschen um etwa aus dem Kaliwasserglas 
ausgeschiedenes kohlensaures Kali zu entfernen. Es ist besonders 
ztcr (Dichtigkeitsmesser). 
1728, 1752 Professor in 
1') Nach Baumäs Senkwagc oder Ariionn 
Baumö, berühmter Chemiker, geb. 26. Februar 
Paris, starb den 15. Oktober 1804.
        

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