Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380636
ausübenden Künstler entzieht, konnte das Misslingen verschulden. 
Und wer die frühere primitive Bereitungsweise der zumeist von 
Amerika und Russland eingeführten rohen, ungereinigten Pottaschen 
kennt, deren Bestandtheile stets wechselnd, auch bei ander- 
weitigen fabrikmässigen Verwendungen vielfach zu grossen 
Unzuträglichkeiten führten, dem liegt die Erklärung zu jenen 
Fährnissen nur zu nahe. 
All" diesen Uebelständen hat nun der Chemiker Keim zu 
begegnen gesucht. Derselbe sättigt zunächst alle Farben bis zu 
einem sorgfältig ermittelten Grade, so zwar, dass sich alle 
Farben gegen das später aufzutragende Fixirungsmittel gleich- 
müssig verhalten; also die gleiche Aufnahmefähigkeit zeigen. 
Auch hat der eben Erwähnte die Farben einem Verfahren 
unterworfen, welches dieselben vor Veränderung des Tones be- 
wahrt, von denen sonst viele durch den Alkaligehalt des Unter- 
grundes wie des Fixirungsmittels betroffen werden müssten.  
Zum Bezuge der Farben wie des erforderlichen Wasserglases 
ist der ausführende Künstler aber auf den Fabrikanten ange- 
wiesen, da Keim selbst die Ausbeutung seines Verfahrens 
nicht in die Hand genommen hat. Es setzt bei den so 
lange Zeit beanspruchenden Vorbereitungen und dem Mangel 
jeglicher Kontrolle seitens des Künstlers ein grosses Vertrauen 
voraus. Ein Umstand, der bei Lebzeiten des Erfinders wohl 
unbedenklich ist, der nachher aber zu einem Missbrauch 
führen kann. 
Wie bei allen Wandmalereien, so muss auch bei der 
Mineral-Malerei die zu benutzende Wand keinerlei Bedenken 
erregen, mit anderen Worten, durchaus gesund, trocken und 
frei von irgendwelchen- Salzbildungen sein.  Um die Wahl 
zwischen der Fresco-Technik und der Mineral-Malerei ausübenden 
Künstlern zu erleichtern, will ich in Nachstehendem kurz das 
bei letzterer zu beobachtende Verfahren schildern. Gleichzeitig 
mache ich aber zum Zwecke gründlicher Unterweisung auf die 
schon vorher erwähnte unentbehrliche Schrift Keimts über die 
Mineral-Malerei  aufmerksam. 
Pottasche, 1 Tlxeil Holzkohlenpulver werden gut gemengt und in einem 
feuerfesten Glashafeu 6-8 Stilnrlen geschmolzen. Das erhaltene Hartglas 
wird nach dem Erkalten gepulvert und in einem eisernen Kessel 3-4 
Stunden mit reinem Wasser gekocht, wobei es sich löst und zu syrup- 
dicker Flüssigkeit eingedampft werden kann. H. Keim, Mineral- 
Malerei S. 40.
        

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