Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380625
wissenschaftlichen Anleitung die hier zu berührenden Fragen 
eingehend behandelt hat, so sei dieselbe hier nur kurz be- 
sprochen.  
Mit der Stereochromie war zur Zeit eine durchaus neue 
Technik geschaffen. Untergrund und Malgrund wurden mit 
Wasserglas durchtränkt und bildeten später mit dem Gemalten, 
nachdem das Bild nach seiner Vollendung vermittelst einer 
Staubspritze mit Wasserglas fixirt worden, eine verglaste, fast 
eine versteinert zu nennende Masse. 
In der Stereochromie werden die Farben wie bei der Fresco- 
Malerei mit Regenwasser verrieben und in gleicher Weise ver- 
malt; hervorzuheben ist nur, dass in der neugefundenen Mal- 
weise auch Zinkweiss Verwendung fand.   verwirklichten 
sich die an diese neue Erfindung geknüpften Hoffnungen jedoch 
nicht in dem Masse, wie man erwartet hatte. Zunächst musste 
man erfahren, dass der einfache Wasserglasregen keine dauernde 
Befestigung und_ einen nur unvollkommenen Schutz bieten konnte. 
Dies erhellt aber auch schon aus der Oelfarbenbereitung, bei 
der sich, wie allgemein bekannt, die F arbkörper in betreff ihrer 
Aufnahmefähigkeit gegen die sie bindenden Substanzen sehr" 
verschieden verhalten, so zwar, dass bei gleichen Gewichts- 
theilen Farbstoff "die erforderliche Oelmenge zwischen 1 und 20 
liegtif) Dasselbe Verhalten findet auch dem Wasserglase gegen- 
über statt. Die eine Farbe zeigte eine überraschend grosse 
Aufnahmefähigkeit, wohingegen andere eine schnelle Sättigung 
verriethen. Wenn diese Erscheinung auch wissenschaftlich noch 
keine Erklärung gefunden hat, so ist sie doch factisch unleug- 
bar. So kam es denn, dass sich bald hier die Fixirung als 
tingenügend erwies, wohingegen gleich nebenan einUeberschuss 
an Fixirungsmittel, an Kaliwasserglas zu Tage trat und tmange- 
nehme Ueberraschungen unvermeidlich machte. Die Bilder 
wurden streifig, fleckig, erschienen schon selbst mehr oder 
weniger total verschleiert. Konnte man sich auch schon einmal 
eines scheinbaren Erfolges rühmen, so bot dies Gelingen doch 
gar keine Garantie für das Verfahren im Allgemeinen. Schon 
die Bereitung des Wasserglasesfft") dessen Herstellung sich dem 
ü) Max, v. Pettenkofer. Ueber Oclfarbe und Conservirung der 
    
m") Kaliwasserglas wird nach v. lüwhs in folgender WVeise dar- 
gestellt: 15 Theile pulverisirter. Quarzsänd, 10 Thoilu gut gereinigte
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.