Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Technik der Monumentalmalverfahren
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380608
dazu könnte die in den unteren Schichten stark angesammelte 
Feuchtigkeit, weil ebendort eingeschlossen und ohne Verwendung, 
nur übele Folgen haben. Jetzt, wo das Drängen nach Ver- 
einigung in den unteren Schichten energischer ist wie in den 
oberen, wird auf demselben Wege, den das Wasser zu seinem 
Austritte an die Oberfläche nimmt, die Kohlensäure ebendorthin 
eingeführt, übergeleitet; gleichzeitig werden durch die hierdurch 
hervorgerufene Bewegung die Kalkhydrat-Partickelchen in alle 
Ritzchen und Poren geführt und in die, der Umwandlung 
günstige Lagen gebracht. Erst später, wenn der Trieb nach 
Vereinigung in den Sandschichten nachlässt, wenn dort die Um- 
wandlung des Kalkhvdrats in kohlensauren Kalk vollständig voll- 
zogen, und das Wasser der unteren Schichten grossentheils 
verdunstet ist, erst dann kann und wird die Kohlensäure mit 
ganzer Energie auf die in den äusseren oberen Marmorstuck- 
schichten vorhandenen Kalkhydrat-Atome wirken und eine Ver- 
bindung herbeiführen, die auf die Dauer um so inniger werden 
muss, als sich hier Gleiches zu Gleichem findet, da der Marmor 
schon von Natur dasjenige darstellt, was aus dem Kalkhyrlrat 
erst werden soll: kohlensaurer Kalk. Dann hat die in Mitten 
der Schichten geschaffene Feuchtigkeitsquelle ihren Zweck erfüllt; 
sie hat eben nichts mehr von den tiefer lagernden Schichten zu 
empfangen, noch dahin abzugeben. Sie wird jetzt wie die ober- 
halb lagernden Marmorstuckschichten in den Umwandlungs- 
prozess hineingezogen. Mit der mehr und mehr schwindenden 
Feuchtigkeit, die nach aussen, zur oberen Putzfläche hin drängt, 
schreitet successive von innen nach aussen auch der Kristalli- 
sationsprozess vor; nur so ist eine vollständige, eine umfassende 
Umbildung, eine Umwandlung aller von Natur hierzu bestimmten 
Atome möglich.  „Wenn also der Verputz an den Wänden 
so ausgeführt worden ist, wie dies oben beschrieben wurde, so 
wird er sowohl Dauerhaftigkeit als Glanz haben und seine 
Trefflichkeit bis zu hohem Alter dauernd bewahren     er 
wird weder durch Alter rauh, noch lässt er, wenn er abgekehrt 
wird, die Farben, wenn diese nicht mit zu Wenig Sorgfalt oder 
auf trockenem Grunde aufgetragen sindftf) 
Wie dieser Erfolg leicht und zuverlässig erreicht wird, 
zeigt Vitruv an einer anderen Stelle, die für seine Praxis sehr 
bezeichnend ist. B. VII, C. 5 heisst es: „      man be- 
VII, 
Absch.
        

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