Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378681
Vierte 
xschnitvt. 
lotterten neapolitanisclien Hofe eine feste und lHIpOIIlTHIIIlH 
Stellung geschaffen. [lrsprünglicli hatte er sich nur zu 
landschaftlichen Studien nach der (Ianipagna Felica ge- 
wandt; durch den russischen Gesandten, Grafen R-asu- 
HIOWSRX, der ihn wegen der „Schlacht von Tlschesme" 
schätzte, war er dem Könige vorgestellt worden. F er- 
dinand l. war bisher künstlerischen Interessen ebenso 
abhold wie allen anderen geistigen Regungen; an Hackerts 
Bildern aber zog ihn die Naturtreue an, der einzige 
künstlerische Gesichtspunkt, den zu fassen er fähig; war. 
Er entschloss sich schnell den Künstler in seine Dienste 
zu nehmen, und von ihm alles, woran er Interesse nahm. 
Paraden, Seemanöver. vor Allem aber Jagden abkonter- 
feien zu lassen. In wenig; Jahren stieg Hackert zum 
ersten Kammermaler empor, Will" der erklärte (iünstliugr 
des Königms, und was unerhört urar. völlig; der höiischen 
Glesellschaft zugerechnet. Er ging; mit grosser Lebens- 
klugheit auf die Wünsche des lilonzirchen ein, ohne sich 
aber doch in seiner persönlichen Würde etwas zu irergeben. 
Er wusste dem König wie seiner Umgebung zu impo- 
niren und gegenüber zahlreichen Intriguen. die gegen 
ihn als Fremden gesponnen wurden. sich zu behaupten. 
Mit voller Energie" blieb er auch neben atller eifrigen 
Erfüllung der königlichen Aufträge seinen eigenen künst- 
lerischen Zielen, der Landschaftsmalerei grösseren Stils. 
jederzeit treu und liess sich durch die Äusserlichkeiteu 
seiner Existenz ilicht herabziehen. Die grosse Anzahl 
seiner Werke, die sich in (Jaserta befindet, giebt, freilich 
nicht den günstigsten Eindruck von ihm; denn hier über- 
wiegen die pflichtmässigwen Arbeiten. An den militärischen 
und lliarinebilderu. welche Bleisoldaten und Blechschiffe 
darzustellen scheinen, kann man keine Freude haben. 
Höher stehen die Jagdbilder; Hackerfs besondere Stärke 
war ja die Wiedergabe des Baumschlags. Wo er irgend 
einen Baumriesen, welche ihm die königlicihen Parks 
in Prachtexemplaren darboten, mit Sorgfalt dargestellt 
hat, da ist ihm wirklich Unübertrelfliches gelungen. Auch 
Ton und Färbung; der Bilder sind am besten, wenn er
        

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