Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378666
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Vierter 
Jschnitt. 
Pasquills benutzt wurdeWl Es richtete sich an den uns 
schon bekannten Schriftsteller Carlo Bea. dem es vorurarf, 
dem armen Bajocco durch das eitrige Zusammenbettelii 
der Notizen für seine unkritisch zusammengeschriebenen 
Bücher Concurrenz zu machen. Ein köstliches Bild des 
Alten vor seinem (Jafe Greco schmückt tlas Titelblatt. 
So heiter sich nach alledem das Leben unsrer 
deutschen Künstler in Tat und Genuss gestaltete. so 
düstre Schatten umhüllten ihren letzten (äang, die 'l"oten- 
feier der Hingeschietleneu; an der Bahre hörte die 
'l'oleranz der päpstlichen Regierung? auf. Zwar bestand 
für die Xichtkatholikeu schon der Begrabnisiulat-z an der 
(Testiuspyraniide, aber noch nicht als anerkannter. abge- 
grenzter Friedhof. sondern nur als usuelles. von der 
päpstlichen Regierung geduldetes Auskunftsmittel; von 
Feierlichkeiten, ja überhaupt von ötfentlicher Bestattung 
durfte keine Rede sein; bei Nacht und Nebel wurden die 
Leichen wie ("ontrebande hingeschaitt. Moritz erzählt 
uns ausführlich von dem Ende eines jungen deutschen 
Nlalers Kirsch. der schon mit dreiuntlzivanzig" [Tahren 
einen vorzeitigen Tod fand. Allgemein beliebt und von 
lebhafter Geistesfrische. hatte ihn der ehrenvolle Auftrag; 
ein Altarbild für eine Dresdner Kirche zu malen, (lazu 
gebracht sich Völlig zu isoliren und ganz in der ange- 
strengtesten Arbeit aufzugeben. Er blieb auch den 
Hochsommer über in Rom, in einer ungesunden, dem 
Fieber ausgesetzten Gegend in der Nahe des Vatikan. 
Eine Trauernachricht, von dem plötzlichen Tode eines 
Bruders, traf ihn hart und lälnnte seine Kräfte; er wurde 
von der „perniciösen" Art der llilalaria, befallen, und trotz 
einer schleunigen Übersiedlung" in die Sabinerberge raifte 
ein Rückfall ihn mit unerbittlicher Gewalt dahin. Schon 
die Überführung der Ketzerleiche nach Rom schien ein 
unmögliches Ding, und wurde nur durch die selbstlose 
Aufopferumg eines edlen Priesters möglich, der persönlich 
in nächtlicher, Vier Meilen Weiter Fahrt den Entseelten 
zu seinen Landsleuten brachte und sich dadurch (leren 
innigsten Dank erwarb. Und nun das Begiabnis: .,Die
        

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