Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378638
erste 
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Aufen th 
1 78G- 
1787. 
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der Ausführuirg; gingen damals in einer lideise Hand in 
Hand wie    nicht selten auch im heutigen Italien. 
Ein charakteristisches Beispiel dafür bietet das 'l"heater- 
Wesen. Glesetzlich war es nur in der Karnevalszeit ge- 
stattet zu spielen. und nur dann war das Theater 
Alibert bei Piazza di Spagna geöffnet; als aber der 
F remdeiibesucli in Rom immer "zunalnn, kam man auf 
den Gedanken, die Erlaubnis zu einer ständigen „Kinder- 
komödieit in der Nahe von St. Andrea della Valle zu 
erbitten: in den ZWlSClIGHRktGH dieser Komödie, die 
keinen Menschen interessirte, Wurden dann als „Inter- 
mezzi" die einzelnen Akte der beliebtesten Opern von 
Paisiello, Vimarosa u. s. w. aufgeführt. und so das Ver- 
bot umgangen. Zu den eifrigsten Besuchern des Teatro 
della Valle gehörten auch die deutschen Künstler; sie 
standen mit den Schauspielern in engster Beziehung, 
lobten und tadelten jede Xuzince der oft wiederholten 
wohlbekannten Opern und tyrannisirten oft (las ganze 
'l"heater. Zarte Verhältnisse konnten sich jedoch dort 
nicht anspinnen; denn Frauen durften in dem damaligen 
Rom überhaupt nicht öüentlich auftreten und fanden 
ebensowenig' Zutritt in die Schauspielertruppen Wie in 
die päpstliche Kapelle. Doch erfreuten sich die Castraten, 
Welche die weiblichen Rollen spielten, desselben Interesses 
und derselben Bevorzugung wie sonst Schauspielerinnen."l 
Über die „Primadonnai' Rugantino Caparolini weiss Bury 
nicht genug; sein Entzücken zu ausserir; der „Bub" oder der 
„Kleine"i. (wie man diese Menschenklasse ohne Rücksicht 
auf das Alter bezeichnete) war der verzogvene Liebling 
von Damen und Herren. 
Die Flinförniigiieit des 'l'heaters war gross. "Es 
wurden die stets in Einem Stil verfassten Stücke der 
Operai buffa aufgeführt, ii1 welchen tatsächlich zulsser der 
Pseudo-Priinatlonna nur der Buffo selber lebhaftes Inter- 
esse erweckte. Deren Arien, Dialog und Aktion in den 
bedeutenden Stellen kannte das Publikum auf's genauste, 
begrüsste aber doch jeden Lieblingsnioinent wieder mit 
dem gleichen Applaus. Wenn der Italiener noch heute
        

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