Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378625
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Vierter 
nitt. 
aufzufinden. Da der GöSßlllllilvk sich in den letzten 
Jahrzehnten so verandert hatte. war natürlich lllillllilles 
vergessene "Werk wieder bekannt giemacht und zu 
Ehren gebratzht worden, und das spornte den Spüreifer 
zur wahren Leitlenselizrf't. Nicht nur anigeliliche Rafaels 
und lllizians. sondern sogar Lionatrdois tauchten auf und 
beglückten die Finder und Käufer. "Von späteren Meistern 
nicht zu reden! Bury kaufte einmal vier Rubense bei- 
nahe wie geschenkt! Natürlich fehlten auch absichtliche 
Fälscher nicht; besonders erfolgreich als solcher war der 
Franzose Joseph (fades. Kunstliebhailier. weh-heil diese 
Werke wieder abzugeben waren. fehlten nicht; wir 
kennen die hauptsätzhliehsten Mäcene von Rom schon: 
als ein strenger Kritiker und peinlicher Vertreter der 
Interessen seiner Auftraggeber war Reiffenstein bekannt. 
und auch deshalb wie aus anderen Gründen von den 
Künstlern scheel angesehen. Bei den lilriverluiiigtan ging 
es natürlich nicht immer mit rechten Dingen zu; weder 
den juristischen noch den moraliscihen lWIassst-al) darf 
man hierbei anlegen; denn beide waren und sind auch 
heute nicht laudesilblich. Der Italiener betrachtet Kauf 
und Verkauf wie überhaupt jeden Erwerb illlSStilllleSSllrll 
vom Klugheitsstandpunkt; der Schlaue gewinnt. der 
Einfältige verliert- und beide verdienen ihr Schicksal 
nach italienischer Eluifassung; unbedingt; der "reine 
Thor" geniesst nicht die mindeste Schätzung; und dass 
auch der Kluge „rein" sein ktlnne, glaubt der Italiener 
prinzipiell nicht. Der Fremde. will er nicht llll1'6tid)ill' 
in ilerzichtungr sinken. muss sich auf denselben Stand- 
punkt stellen.  So wollen wir den skrupellosen Flifer 
jener frischzugureitentlen Kunstjiinger nicht tadeln.  um- 
somehr als auch Justiz und Polizei nichts einzuwenden 
hatten und ilberhaupt im damaligen Rom nur da zu sein 
schienen. um den Gunulsatz Jirlaubt ist was gefällt" zu 
bestiatigwäen. und gar den Fremden gegenüber. die unter 
dem Schutz ihrer (iesantltmen standen. sich gar nicht zu 
rühren wagten. 
Strenge (ilebote und Verbote. aber völlige Laxheit
        

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