Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378597
ßetluäs 
Aufenthalt 
erster 
in Rom 
178G- 
4787. 
63 
schiedenen Gesandten, die an ihm oder in seiner Nähe 
wohnten, und hier ihre eigne Gerichtsbarkeit über die 
Angehörigen ihrer Staaten übten. Die päpstliche Polizei 
avar so ganzlich von diesem Platz verbannt, dass die 
deutschen Künstler sich hier erlauben durften, einen Mann 
der wegen Mordes aus Rom hatte fliehen müssen, ihnen 
aber als Modell besonders Wertvoll schien, wieder einzu- 
schmuggeln und dann ganz offenkundig am Platze anzu- 
siedeln und in ihrem Dienst zu behalten; freilich durfte 
er niemals sich aus diesem geschützten Bereich entfernen. 
Die Sammelpunkte der Deutschen in unmittelbarer Nahe 
des Platzes waren das noch jetzt bekannte, wenn auch 
nicht mehr hervorragende Cafe Greco und ein deutsches 
Speisehaus, beide in der Via Condotti gelegen. Das 
Cafe Greco war so sehr eine Domaine der Deut- 
schen geworden, dass diese sich sogar ihre Briefe dorthin 
adressiren liessen. Uni die Künstler sammelten sich dort 
alle Landsleute, die irgendwelches Kunstinteresse hatten,  
und welcher Rombesucher hatte das damals nicht! Ge- 
radezu rührend ist es, in Moritz Bericht zu lesen, mit 
welchem Eifer sich damals Jedermann nicht etwa dem 
Studium, sondern dem pietatvollen staunenden Genuss 
der Kunst zumal des Altertums hingab. „Vorzüglich auf- 
munternd für einen Fremden, der sich hier belehren 
will, ist der allgemeine Eilthusiasmus und Wetteifer, 
welcher die Künstler aller Nationen hier belebt, die ihren 
Aufenthalt in Rom wie den unschatzbarsten Teil ihres 
Lebens betrachten, wo jeder Moment ihnen nutzbar 
werden muss. Ihre Empfindungen für das (älrosse und 
Schöne zu erhöhen und zu vervollkommnen, dazu müssen 
selbst ihre Spaziergange beitragen, von denen nicht 
leicht einer bloss auf Vergnügen abzweckt    Alle 
werden gewissermassen durch einen gemeinschziftlichen 
Zweck verbunden,    ihren Sinn für das Grosse und 
Schöne in der Kunst zu erhöhen und zu verfeinern 
Hierauf beziehen sich meistenteils die gesellschaftlichen 
llnterlialtiiligeii und Gespräche. Man spricht mit Be- 
wunderung und Enthusiasmus über das was man ge-
        

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