Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378445
48 
Dritter 
Abschnitt. 
eine ganze Reihe von mythologischen und biblischen 
Bildern lieferte. Neben dem spleenigen Lord stand der 
industriöse und zähe Geschäftsmann J enkiu s. Ursprüng- 
lich als Maler nach Rom gekommen, hatte er es später 
eintraglicher gefunden, seinen zahlreichen, Rom be- 
suchenden Landsleuten als Wechsler und Makler zu 
dienen; er war Banquier geworden und hatte es als 
solcher zu einem schönen Vermögen gebracht; nun trat 
er auch in den Kunsthandel ein; doch weniger zum 
Zweck des Sammeln als des Wiederverkaufs. Auch An- 
tiken erwarb er, um mit ihnen eintraglichen Handel 
zu treiben. Ein Kunstfreund edlerer Art war der aus 
Österreich stammende Graf Friess, der sich bald in 
Rom, bald in Neapel aufhielt und ein wahres lebendiges 
Interesse für Künstler und Kunstwerke tätig bekundete. 
Einen umfassenden Auftrag erhielten Schlitz, läury, 
Unterberger und Dies durch den dänischen Gesandten 
in London, Baron Diede, welcher einen grossen Saal nach 
einem einheitlichen Plan mit dekorativer Malerei, mit 
mythologischen Scenen und landschaftlichen Veduten 
schmücken llßSSqm) 
Beengend für die Künstler "war die sehr ausgeprägte 
Neigung der iäuftraggeber, von ihnen Copieen an- 
fertigen zu lassen. Die Landschaftsmaler freilich er- 
hielten Auftragg zu selbständigen Arr-beiten, doch selten 
in Öl, meistens in Aquarell oder Tempera; den Porträt- 
malern fehlte es natürlich nicht an Arbeit; aber historische 
oder mythologische Originalgemalrle in Öl, wie sie dem 
(leschmack und dem Streben der Künstler entsprachen, 
ausführen zu lassen, dazu entschloss man sich nur selten. 
Jenseit der Alpen wünschte man vielmehr, die (Semälde 
der grossen Meister, deren Ruhm jetzt von Neuem durch 
die Welt erscholl und die man vielleicht selbst in Italien 
bewundert hatte, vor Augen zu haben, und so gab man 
immer neue Aufträge zu Copieen. Rafael war vor Allein 
gesucht; dann Correggio, 'llizia.n, die Caracci, besonders 
Annibalfs Fresken im Palazzo Farnese. Teils wünschte 
man mit diesen Copieen förmliche Gemäldegallerien zu
        

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