Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378434
Die Zeit 
des Übergewichts der französischen Schule. 
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Rangs, die unter den tüchtigen eben mitliefen und, wenn 
sie hervorstachen, dies durch irgend welche Sonderbar- 
keit erreichten, wie Grund, der zugleich Dichter sein 
wollte, oder der kuriose Verschaf f eldt, der trotz 
seiner mangelhaften Bildung; ein neues Kunstprinzip ge- 
funden zu haben meinte, und jeden mit seiner Verherr- 
lichung der "Diagonallinie"   
Eine so grosse Ansammlung deutscher Künstler in 
der fernen Weltstadt war selbstredend nur durch 
reiche Unterstützung der Mäcene und Liebhaber möglich. 
Die neue Kunstrichtung hatte kräftigen und häuügen 
Ansporn gegeben, die Kunst zu pflegen. Deutsche 
Fürsten wetteiferten darin, sowohl jungen Talenten die 
Ausbildung in Rom zu ermöglichen, als auch bewährten 
dort lebenden Künstlern Auftrage zu erteilen. Die Herzöge 
Carl August von Sachsen-Weimar und Ernst von 
Sachsen-Gotha zeichneten sich besonders dadurch aus; 
der Fürst von Waldeck erwies sich als eifriger Gönner, 
als er in Rom weilte. Die preussische Regierung liess 
für die Zwecke der Akademie in Rom arbeiten. Von aus- 
ivärtigen lllonarchen war es besonders Katharina die 
Ztveite, welche vorzugswveise d euts ch en Künstlern wie 
Hacker-t und Angelika Kauifmann Auftrage erteilte. 
Auch grosse Privatauftrage kamen aus Russland, wie 
an 'J7r.ippel das grosse Grabdenkmal des (trafen Tscherny- 
Schew in Moskau." Von den Fremden, die kürzer oder 
langer sich in Rom aufhielten, waren schon danlals die 
Ellglälldöl' als besonders kauflustig- und za-hlungsfahig 
bekannt Sehr viel erwatrl) der Lord Bristol, den 
wir schon früher als Käufer der antiken Gemälde aus 
(ler Villa Massimi kennen gelernt haben. Er war ein 
Mann ohne feinere Empüntlung; die groben Sonderlings- 
manieren, welche er sich angelegt hatte, kosteten ihn 
keine Mühe, sondern entsprachen seinem Wesen; aber er 
hatte den Ehrgeiz, als hIäc-Ven (ler Künstler aufzutreten, 
111161 das war immerhin von Wert. So erhielt beispiels- 
weise der savoyische Maler Jacob Berger von ihm 
91116 förmliche Pension, für welche er seinem Brotherrn
        

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