Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378423
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Dritter 
lsvhnitt. 
sich Meyer von Anfangr an einem mit Zähigkeit fortge- 
setzten systematischen Studium hin, welches theoretische 
und praktische Ausbildung vereinigte und ihn, obgleich 
ihm ursprünglich die genügende Bildung: fehlte. all- 
mählich zu einem hohen Grade von Einsicht und Urteil 
kommen liess. Sein praktisches Können hielt freilich da- 
mit nicht Stich, und seine idealen wie historischen 
(fomposit-ionen blieben stets in einer gewissen Nüchtern- 
heit- und Dürftigkeit stecken. 
Zu bedeutenderen Leistungen brachte es der "Württem- 
berger Hetsclr, der 1785 in Rom erschien. Znfei Ge- 
mälde, die während seines zweijährigen il-Xufentlialts ent- 
standen, ein historisches und ein allegorisches, fanden 
grossen Beifall. Das eine stellte die t-riumphirentle 
Tullia dar, welche über den Iieiclmam ihres Vaters weg-- 
fahrt, das andere die Ifreigebigkeit, Welche das Genie 
belohnt. Sie trugen dem Künstler in seiner Heimath 
grosse Anerkennung ein. Nachtlem er noch einmal einige 
Zeit in Italien verbracht, wurde er zum Professor und 
(ialleriedirektor in Stuttgart. ernannt. Sein Landsmann 
Heinrich Da n necker wurde zur selben Zeit der nach 
Ülrippel angesehenste deutsche Bildhauer in Rom. Er 
haste sich zwei glahre in Paris aufgehalten und dort 
unter Pajoifs Leitung gearbeitet; im Jahre 1785 wanderte 
er, mit seinem gleichstrebenden, wenn auch weniger be- 
g'abten Gefährten Scheffauer, meistens zu Fuss, nach 
der sehnsuchtsxtoll erstrebten Künstlerstadt. Während 
Schettailei" sich mehr mit Reliefarbeiten beschäftigte, 
strebte Dannecker nach grösseren monumentalen Arbeiten. 
Ueres und Bacchus, welche in Rom entstanden, begrün- 
deten seinen Ruf. Später nach Württemberg" zurück- 
gekehrt. schuf er in der berühmten Schillerbüstte ein 
würdiges Seitenstütrvk zu Thrippels Goethebiltlnis. 
Wir nennen endlich noch die Historienmalt-rr fPitz, 
Schmirl und Nah], den hillllältilll"lllitlel' Grund, den Kupfer- 
stecher Lips, die Laiulschafter Biermann und Genelli, 
die Architekten Genelli (Bruder des irorigeng) und iter- 
schatfeldt. Es waren unter diesen stehen Künstler niederen
        

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