Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378410
Die Zeit 
der 
des Übergewichts 
französischen Schule. 
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Goethe's Freund, Heinrich Meyer. Er sprach in dem 
Sammelwerk "Winckelmann und sein Jahrhundert"  das 
kategorische Urteil aus. „dass gute sowohl als schlechte 
Restaurationen. in den meisten Fällen überfiüssig, ja man 
mag sie nun mit Hinsicht auf" das Studium der Kunst- 
oder der Altertumskunde betrachten, verwirrend und 
schädlich" sind. Gewiss ein bahnbrechend richtiges 
Urteil, wenn man nur an der Einschrankung' .,in den 
meisten Fällen" festhält und ein llleisterwerla wie Tlllmr- 
waldseirs Alegineten-lürganzung- nicht mitverdannntr. 
Doch kehren wir zu unsern Künstlern zurück. Mit 
Fritz Bury kam 1782 ein junger Maler nach Rom, 
der so recht den Typus des damaligen „Künstlerburschen" 
darstellt. Stets enthusiastisch gegenüber der Kunst wie 
gegrmüber den Menschen, leicht zu beeinflussen, aber 
auch leicht abgestossen: ebenso sanguiniscli bewundernd 
und absprechend vor den Kunstiverken der Vergangenheit 
und Gegenwart; redlich in seinem Streben und gutherzigr 
gegen seine Umgebung; aber zugleich von einem naiven 
"Egoismus, der ihm bisweilen die Reflexion, 0b er nicht 
Rechte oder Interessen anderer verletze, ganz und gar 
verbaute; genügsam und s0rg'enlos, aber wenn die Clev- 
legenheit es gab, auch verschwenderisch. Er versuchte 
sich mit Phantasie, aber ohne Glück in historischer und 
mythologischer Malerei, wurde jedoch in späterer Zeit 
ein tüchtiger Portratmaler. Sein Landsmann Georg 
Schlitz folgte ungefähr denselben Bahnen, doch mit 
weniger Leidenschaft und Frische; ein grüsserer Hang 
Zu behaglicher Lebensführung; hinderte ihn an eifriger Ar- 
beit. und verschaffte ihm in der Künstlergesellschaft den 
Namen „Conte" (Graf). Wenn eine alles lobende römisclne 
Zeitschrift ihm das besondere Lob konsequent fleissiger 
Studien spendet, so klingt das fast wie Hohn. Ein 
ganz anderer Mann war der Schweizer l-l ein rich 
Meyer, der 1784 in Gesellschaft seines Freundes Kölla 
in Rom eintraf. Während letzterer, besonders Porträt- 
maler, durch andauernde, zu frühem Tode führende Krank- 
lichkeit an grössereu Leistungen verhindert wurde, gab
        

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