Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378391
Zeit, 
des Übergewichts 
isisvhon Schule. 
mzi 
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schlecht jener 'l'a.g'e eine sichere und mühelose Ernte 
{gestatteten Er verstand zwar auch die Sprache 
seiner Zeit zu reden und. in Briefen ideale Künstlerge- 
sinnungwen zu beteuern; aber man glaubt sie ihm nicht 
sie klingen SCilllikllilbt-blliltlft; wo er aber von vorteilhaften, 
(lcnnexionen, zu erwartenden rlufträiigen, von schönen Ge- 
schenken und guten Einnahmen zu reden hat, da spricht 
ein wahrer Mensch. Er Verstainl es. die berühmte Cour- 
tisane Miss Hart, spätere Lady Hamilton, als Iphigenie 
(larzustellen; „ein Künstler, der (lergleichen vermochte, 
War in dem bedeutenden geselligen Kreise eines Bitter 
Hamiltion sehr wohl aufg-eiioiiiineirzß"l Tllischbeiirs 'l'alenti 
War sehr vielseitig; er war Porträt wie Historienmaler," 
vernachlässigte aber auch (las Studium der Landschaft 
nicht. 
Illie Möglichkeit nach Italien zu gehen, hatte ihm 
(iOethe verschafft, den Laxiater auf den jungen lllätlül" 
uufmerksztni machte. Auf Goethe's Empfehlung gewährte 
der Herzog Ernst von Gotha ihm eine, wenn auch ge- 
ringe Pension, die ihn in den Stand setzte, in Rom nicht 
nur Tagelöhnerarbeit. zu betreiben, sondern ziuch eigenen 
Planen- und (Yonceptionen nachzugehen. Ein „Konradin 
von Schwaben" war in dieser Zeit Tischbeiirs Lieblings- 
Werk, mit dem er nicht nur sein künstlerisches Können, 
sondern auch seine patriotische (iesinnung zu zeigen 
wünschte. Goethe gjlaubte, in ihm eine Stütze seiner 
"igenen und überhaupt der heimischen Kunsbestrebungwen 
gefunden zu haben, erfuhr aber darin eine Enttäuschung, 
als 'l'ischbein mit geschickter Voltige aus dem gothaischen 
Dienst in den neapolitanischen sich hinüberschxvairrg und 
dem Herzog- Einst das Nachsehen liess. 
Ein solcher Charakter war indess unter den damaligen 
deutschen Künstlern in Rom eine Seltenheit; in der 
Mehrzahl waren es herzensgute Jungen, die in einer 
Wirklich rührenden Einfachheit und Harmlosigkeit hin- 
lebten und froh ti'a.re11, wenn sie für ein Aquarell oder" 
eine Sepiazeichnung ein paar Scudi erhielten. Uni von 
(lßr (irüsse der historischen und ästhetischen Eindrücke
        

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