Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378293
Dritter 
Abschnitt. 
Die 
Zeit 
des 
Übergewichts der französischen 
1779-1786. 
Schule 
Trotz aller rühmlichen Anstrengungen War nach 
Mengs" Hinscheiden die Lage für die deutsche Kunst er- 
schwert. Sie besass keinen iinponirenden Vertreter, der 
neben David's „Belisaire" ein gleich gewichtiges Werk 
stellen konnte, und keine aufstrebende Kraft, die mit 
Canovzüs glänzender Laufbahn, die sich jetzt auftat, 
Schritt, halten konnte. Für einige Zeit traten Franzosen 
und Italiener in den Vordergrund. 
Wir haben schon früher gesehen, Welchen befördern- 
den Einiiuss der Cardinal de Bernis auf die französische 
Kunst übte, sowohl durch die allgemeine Position, die 
seine anziehende und iinponirende Person wie Geselligkeit 
den Landsleuten schuf als auch durch sein weites und 
eingehendes Kunstverständnis. Er bereitete die "Athino- 
Sphäre, in der ein glänzendes, auf grosse pathetische 
Wirkung und bewundernde Anerkennung gerichtetes 
'l'alent sich entfalten und ausreifen konnte. Ein solches 
Talent war Jean Louis David, der grosse Rhetor 
der französischen Malerei, gleichartig seinem Zeitgenossen 
Tllahna, dem souveränen Beherrscher des schauspielerischen 
Pathos. Man ist gegenwärtig geneigt, die Bedeutung 
einer so feierlichen Repräsentationskunst gering zu schätzen, 
aber mit Unrecht. Pathos und Rhetorik sind Mittel 
von stärkster Wirkung auf die unbefangene, menschliche 
Natur, und selbst ein Napoleon, der Wohl wusste, warum 
er bei Talnia in die Schule ging und der David auf's 
höchste schätzte, verdankte einen guten Teil seines per- 
sönlichen Übergewichts seinem durch keine Bedenklichkeit 
angekränkelten Pathos, mochte er nun vor den Pyramiden 
ausrufen: "Vierzig Jahrhunderte schauen herab" oder aus 
Elba ziuückkehrentl den anrückenden Soldaten entgegen- 
Harn ack, Kunstleben. 3
        

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