Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378206
ßxuuuxlull 
haltnis seiner Gesetze zu den Naiturgesetzen, wie Goethe 
sie später gewann S), ist Mengs noch nicht gelangt. Aber 
die doppelte Einsicht, dass der Künstler die Natur nach- 
zuahmen habe und bei dieser Nachahmung doch nicht 
stehen bleiben solle, erhob ihn schon zu einer Erkenntnis, 
welche zu dem scholastischen Wust, den in Deutschland 
der berühmte Baumgarten als Ästhetik vortrug, in ent- 
schiedenem Älllitlei-spruch steht und llIengs als Ästhetiker 
in die Reihe von Hutehinson, Burke, Reynolds stellt, 
wenn er auch deren Schriften kaum gekannt haben mag". 
Überarbeitung und Unfähigkeit, sich den Anforde- 
rungen seines körperlichen Zustandes zu fügen, führten 
das Ende des unermüdlichen Mannes herbei. Vor seinem 
'l'ode fühlte er sich noch gedrungen ein Geständnis ab- 
zulegen, das, wenn es einerseits sein Gewissen entlastete, 
andererseits ihm um so leichter fallen musste, als es seinen 
Ruhm noch vermehrte. Er gestand ein, dass ein an- 
geblich antikes Gemälde, Jupiter und Ganymed darstellend, 
durch dessen Besitz ein Herr von Marsilly den Neid aller 
Altertumsfreunde erregt und auch Winckelmann geblendet 
hatte, von ihm  Mengs  selber gemalt sei. Der V or- 
wurf der Täuschung, den er damit auf sich lud, wog; 
leichter als der Ruhm, in einem Gemälde die Antike bis 
zu völliger Täuschung erreicht zu haben?) 
Was sich ein Sterblicher zur Fortdauer seines Namens 
nach dem Tode nur wünschen kann, wurde hlengs zu 
Teil; hauptsächlich durch die Fürsorge seines ihn fast 
vergötternden Freundes Azara. Wie dieser für die 
Schriften des Künstlers sorgte, haben wir schon früher 
gezeigt; seine Entwürfe und Zeichnungen erwarb er und 
gestaltete sie zu einem Kunstkabinett, das als eine Sehens- 
würdigkeit Roms galt; das Grabmal liess er dem Freunde 
im Pantheon, an der Seite Rafaefs, setzen mit der In- 
schrift: Anton Rafael Mengs, dem Maler und Denker, 
von Joseph Nicolaus Azara, seinem Freunde. 1779. Sein 
Lebensalter war 51 Jahre, 3 Monate, 17 Tageß") In der 
Lebensbeschreibung, die er den gesammelten Werken 
beigab, erklärte er unumwunden, dass Mengs auch Rafael
        

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