Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378178
Letzte 
Tätigkeit 
VOII 
Mengs. 
Rafael 
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bringen, und das Ergebnis ist ein Statue, der man in 
Haltung und Gebarde, in Behandlung; des Nackten wie 
der Gewandung das Gesuchte und Erkünstelte so deutlich 
abfühlt, dass es zu einer Qual wird sie länger zu be- 
trachten; Houdon, der Franzose, hatte sicherlich etwas 
Besseres geleistet. Von Winckellnanns „Einfalt und 
stiller Grösse" ist hier noch nichts zu spüren. Ein treff- 
licher Merkstein aber ist die Statue, um an ihr die reforine- 
torische Bedeutung des jetzt öfters unterschätzten Canova 
für die italienische Plastik abzumessen; sie galt noch 
1781, als sie enthüllt wurde, nach der pomphaften Ver- 
kündigung der Antologia für ein hleisteriverk; aber schon 
Wenige Jahre später sprach Niemand mehr von Alngelini: 
als Canova seinen Theseus ausgestellt hatte. 
Neben die Werke Piranesis und Volpatds stellte sich 
gleichzeitig ein treifliches, aus deutscher Anregung her- 
vorgegangenes Werk der Nadel: kein geringerer als 
Rafael Mengs, der 1777 aus Spanien zurückgekehrt 
war, lieferte dazu die Vorlagen. Sein Freund, der 
spanische Gesandte d'Azara, den wir schon kennen ge- 
lernt, hatte in der seit den Zeiten Sixtus V. berühmten 
Villa Montalto 4), die damals der genuesischen Familie 
Negroni gehörte, Ausgrabungen vornehmen lassen. In 
dem weiten Terrain der Villa, die sich vom Vimi- 
nal nach dem Esquilin, von der Nachbarschaft der 
Diokletiansthermen bis in die Nahe des Laterans erstreckte, 
wurde plötzlich eine damals fast einzig; dast-ehende Ent- 
deckung gemacht; ein römisches Haus der Kaiserzeit 
wurde aufgefunden, die gesammte Anordnung und Ein- 
teilung war trefflich erkennbar, und frisch leuchtete 
von den Wänden der geistreich und kühn ausgeführte 
Bilderschmuck. Es war eine überraschende Belebung 
der antiken Malerkunst, von der bisher nur wenig be- 
kannt war. Azara interessirte sofort seinen künst- 
lerischen Freund für den Fund, und Mengs widmete sich 
mit grossem Eifer der Nachzeichnung der Gemälde, 
Welche haupsachlich Venus und Adonis, Herkules 
und Bacchus in verschiedenen Situationen darstellten.
        

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