Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378161
20 
Zweiter 
Abschnitt. 
"rückt wurde. Bedeutend war übrigens die Wirkung der 
"Reynoldslschen Reden in Italien nicht; die Übersetzung 
wurde nur in dem engeren Kreise der Auserwählten 
bekannt und konnte an Verbreitung und Einiiuss nicht 
mit den Schriften der in Rom lebenden Knnstkennei" 
wetteifern. 
Grossartig entfaltete sich neben dieser literarischen 
Tätigkeit damals die künstlerische Reproduktion in 
Italien. Sie War ein Gegenstand der Tradition geworden, 
ein rühmliches Vermächtnis, das sich vom Vater auf den 
Sohn vererbte. Wir dürfen auch in diesem Zusammen- 
hang; Viscontis Werk nennen; vor allem aber die Ge- 
sammtausgabe von Pira n esi's Stichen, die seit 1778 er- 
schien. Es war das Todesjahr des greisen Künstlers; 
sein Sohn Francesco aber übernahm die Arbeiten seines 
Vaters und gab ihnen durch die Zusammenfassung; in 
eine einheitliche Sammlung von einigen  
erst die monumentale Form, welche sie als ein (ianzes, 
als ein imponirendes Lebenswerk auf die Nachwelt 
kommen liess. Auch er selbst war ein tüchtiger Stecher; 
aber übertroffen wurde er von Gioxfanni V0 l. patro, der 
in demselben Jahr 1778 seine Stiche nach Rafaels 
Stanzen begann und damit eine Tlläitigdaeit einleitete. 
welche für die Kenntnis und Würdigung Rafaels von 
grösster Bedeutung wurde. 
Piranesfs Tod liess jedoch zugleiche erkennen, auf 
wie niedriger Stufe das eigene künstlerische Schaffen der 
Italiener damals noch stand und wie gar nicht Winckel- 
manns Lehre und [Irteil noch auf die Praxis einwirkte. 
Das Andenken des Künstlers zu ehren, gestattete der 
(Yardinal Rezzonico, Neffe Clemens XIII. und l?1'0tel;tor 
des llIalteserordens, dass in dessen Kirche auf dem 
Aventiil ein prächtiges Grabmal errichtet würde; der 
Bildhauer Angelini meisselte die überlebensgrosse 
Statue. Der Anblick des Werkes erregt peinliche Em- 
pfindungen; man erkennt deutlich, wie der sonst meist 
nur in Restaurationen arbeitende Künstler sich abgemüht 
und abgequält hat, etwas "Bedeutendes" zu Stande zu
        

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