Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378118
ägiernngszeit 
1769- 
Vierzehuten 
des 
Clemens 
4774. 
15 
Fragen erörtert, die unerhörtesten Auslegungen biblischer 
Texte beifallig aufgenommen; daneben aber ist der Be- 
sprechung naturwissenschaftlicher Schriften viel Raum 
gewidmet, neuere Entdeckungen und technische Erfin- 
dungen werden ohne Vorurteil und mit Verständnis be- 
handelt. Ebenso werden geographische und Staatswissen- 
schaftliche Schriften aufmerksam besprochen ; die klassische 
Philologie natürlich eifrig gepflegt. Die Kunstwissenschafti 
endlich findet sowohl nach der historischen als nach der 
damals eben modern gewordenen philosophisch-ästhetischeu 
Seite hin viel Beachtung. Wenn auch immer der Ge- 
danke (lurchschlagt, dass Urteil und Können auf dem 
Kunstgfebiet in Italien seine Heimat und Wurzel habe, 
so ist um so mehr zinziierkennen, dass doch zahlreiche 
ausländische Schriften und oft mit Billigung besprochen 
werden; besonders England, wo ja seit Burke und Hut- 
chinson und unter dem Einfluss von Reynoldsl theoretisch- 
praktischem Wirken die Ästhetik eifrig gepflegt wurde, 
betrachteten die Herausgeber der EfGHlGTldl mit sorge 
faltigem Interesse. So war diese Zeitschrift, wenn auch 
die unvermeidlichen Schranken des päpstlichen Staates 
überall zu erkennen sind, doch von unziveifelhaftei" Be- 
ileutung und Förderung für das geistige Leben seiner 
Hauptstadt. 
Zwei Jahre nach dem ersten Erscheinen dieser 
{Jlagesblattertt fand das kurze Pontiükat Clemens XIV. 
sein nicht genug zu beklagendes Ende. Düstere Um- 
stände, die seinen Tod begleiteten, machten das traurige 
Ereignis zu einem Schreckenerregeinlen. Die Geschichte 
der Kunst braucht auf den heftigen Kampf, der damals 
den Jesuitenorden umtobte, nicht einzugehen, den Kampf, 
welchen Olemens durch die Aufhebung? des Ordens zu 
enden gemeint hatte; sie muss nur die traurig'e Verkettung; 
der Dinge beklagen, durch welche dieser Kampf allem 
geistigen Streben, und so auch der Kunst, einen weit- 
blickenden und grosssinnigen Förderer rauben durfte.
        

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