Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378108
14 
Erster 
Abschnitt. 
machen Wollte, sondern in dem Streben nach innerer Ein- 
heit mit dem Geist des Altertums, den er besonders in 
der Homerischen Welt fand. Die enge Beziehung 
zwischen der bildenden Kunst und den von Homer ge- 
schalfenen, inhalts- und eindrucksvollen, einfachen, klar 
und fest bestimmten Pha-ntasiebildern, wurde ihm ein 
Lieblingsgedanke, dem er in zahlreichen Werken  wie 
Hektor und Androinache, Achill mit Hektors Leichnam 
Ausdruck gab. Man Weiss, wie Goethe später begeistert 
dem gleichen Ptäde folgte und in Homers (lvedichten 
die unerschöpfliche Fundgrube für Nlaler und Bildhauer 
fand. 
Wenn Hamilton durch eine künstlerische Publikation 
die Werke der italienischen Malerei zugänglich zu 
machen suchte, so war rlamals zugleich ein andere-s Werk 
in Vorbereitung, das die in Rom neu gesammelten Schätze 
antiker Plastik bekannt zu machen bestimmt war. Vis- 
conti, der uns schon bekannte Nachfblger Winkel- 
manns trug sich mit dem Plan, (las in den neuen Vati- 
kanischen Räumen vom Papst (äanganelli angelegte 
Antikenmuseum in einem Kupferstichiverk grössten Mass- 
stabes zu reproduzieren. Geistig: wurzelt dieses Werk 
in der kurzen Regierungszeit Clemens XlV; aber zur 
Ausführung kam es erst unter seinem Nachfolger Pius. 
wie schon sein "Name Museum Pio-(llementinuiii bezeugt. 
Die Nachbildungen der Antiken zeigen hier freilich eine 
gewisse moderne Verweiclilichung; welche beweist, (lass 
das Verständnis noch kein reines und die Auffassung; 
eine einseitige war. 
Von dem geistigen Leben, das unter (flemens auf- 
keimte, gab auch ein litterarisches Unternehmen Zeugnis, 
das damals ins "Werk gesetzt wurde und sich durch 
mehrere Jahrzehnte hindurch erhielt. 1772 erschien der 
erste Band (hier Efemeridi Litterarie di B omu. 
Es war eine kritische Zeitschrift, die freilich nach heutigen 
Begriffen eine etwas seltsame Kritik zeigt. [n religiöser 
Hinsicht finden sich die unglaublichsteii Wiruiulergeschichten 
wiedererzählt, die abgesclnnackfiesten scholastischeii
        

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