Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378097
Die 
Regierungszeit 
des 
Clemens 
Vierzehnten 
1769- 
1774. 
13 
zu popularisiren, indem er sie durch den Kupferstich ver- 
vielfältigen liess. Auch dies Unternehmen war sehr 
dankbar und trug ihm von vielen Seiten Anerkennung 
ein. Seit 1773 erschien seine Scuola Italica, eine Samm- 
lung von einigen vierzig Gross-Folio-Blättern, die eine 
Übersicht der damals am Meisten geschätzten italienischen 
Maler geben; nur Rafael ist merkwürdigerweise nicht 
vertreten. Michel-Angelo macht mit Deckenbildern der 
Sistina den Anfang; es folgt Correggio, del Sarto, die Ve- 
nezianer, die Caracci, die Bolognesen, endlich Guercinoß) 
Als Stecher hatte Hamilton eine sehr tüchtige Kraft, 
Cunego, gewonnen. Wenn er auch in der Feinheit der 
Wiedergabe, zumal des Gesichtsausdrucks, später von 
Volpato übertroffen wurde, so haben seine Blätter im 
(Ganzen doch treffende Richtigkeit und einen wohlthuend 
harmonischen Gesammtton. Ein Vergleich mit den genialen 
Architektur- und Latndschaitsrlichtungen Piranesis ist 
natürlich ausgeschlossen. ilbrigens ist ein Blatt, das 
letzte der Hamiltonischen Saimnilnngj, Cairavaiggids Spieler 
(lairstellend, schon von Volpatio gestochen. 
Hamiltoifs eigene künstlerische Tätigkeit gewann ihre 
besondere Signatur und ihre historische Bedeutung durch 
sein entschieden bewusstes Ergreifen der zintiken Stoffe 
als der würdigsten Gegenstände. Gewiss hatte man zu 
keiner Zeit aufgehört, auch antike Vorwürfe zu wählen, 
weder zur Zeit eines Gilercino noch eines Maratta, und 
auch Mengs hatte einiges der Art gemalt, wie das in 
Petersburg befindliche Urteil des Paris. Im Ganzen aber 
hatten in den Zeiten, deren grössere künstlerische Auf- 
gaben hauptsächlich durch die Bauten des J esuitenordens 
bedingt wurden, doch die religiösen Stoffe überwogen, und 
hlengs, der schon in der Verehrung der Antike lebte, war 
durch sein Verhältnis zum Hof der „Katholischen Maje- 
stät" mit Gewalt in das kirchliche Gebiet gebannt 
worden. Hainilton zog die Konsequenz aus der durch 
Winckehnann verkündigten Allgemeingiltigkeit der antiken 
Kunst, und zwar nicht in dem äusserlichen Sinn, dass 
er den modernen Künstler zum Nachahmer des antiken
        

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